St. Pauli mit Chancenwucher: Folgenschwere Fehler und Eigentorpech am Millerntor

Hamburg - Mit 24 zu 14 Torschüssen, aber einer 1:3-Niederlage (0:1) gegen den 1. FC Nürnberg, geht St. Pauli aus der Partie. Das Zweitliga-Duell am Sonntagnachmittag war geprägt von Offensiv-Power, Effizienzlosigkeit und Eigentorpech.

Nürnbergs Julian Justvan spielte den Ball ungünstig in die Beine von Eric Smith (l.). Der Schwede verstolperte das Rund ungünstig ins eigene Tor.  © Marcus Brandt/dpa

Die Gastgeber zeigten früh, dass sie gewinnen wollten und verbuchten schon nach nur drei Minuten zwei gute Chancen. Nürnberg erholte sich aber von dem kurzen Schock und versuchte, das Spiel an sich zu reißen.

In der 8. Minute fiel dann das erste Tor durch Braun-Weiß - allerdings für die Gäste aus Franken. Julian Justvan kam links vor bis zur Grundlinie, legte den Ball dann zurück. Ausgerechnet in die Beine von Eric Smith, der das Leder vorbei an Keeper Ben Voll unglücklich ins eigene Tor verstolperte.

Dieses 0:1 war nicht unbedingt verdient, schließlich zählten die Gastgeber nach nur etwa 20 Minuten bereits sieben gute Möglichkeiten. Die größte Chance hatte bis dato wohl Louis Oppie, der den Ball aus dem Rückraum auf den Querbalken feuerte (17.). Der FC St. Pauli drängte regelrecht auf den Ausgleich.

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Auch die Großchancen von Connor Metcalfe (30.) und Abdoulie Ceesay (45. +1) brachten dem Team vom Millerntor in Hälfte eins nicht den ersehnten Ausgleich. Beide Hamburger liefen bei Kontern frei aufs Nürnberger Tor zu, brachten den Ball aber nicht im Netz unter.

Trotz der offensiven Überlegenheit musste die Rapp-Elf mit dem 0:1-Rückstand zur Pause leben. Für St. Pauli scheint Effizienz ein Fremdwort zu sein.

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Effizienz für St. Pauli ein Fremdwort: Nur ein Treffer aus 24 Torschüssen

Nürnberg bejubelte in der zweiten Hälfte die 2:1-Führung.  © Marcus Brandt/dpa

Ohne Wechsel schickten beide Trainer ihre Mannschaften zurück auf den Rasen. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte gehörte die erste Chance den Gastgebern - erneut ohne Konsequenz für die Franken.

In der 58. Minute konnte sich St. Pauli endlich für seine Offensiv-Power belohnen. Nach einer Flanke von Arkadiusz Pyrka war Ceesay zur Stelle und grätschte den Ball hochverdient zum 1:1-Ausgleich in den Kasten von FCN-Keeper Jan Reichert ein.

Dann plötzlich große Aufregung am Millerntor! Reichert fischte den Ball zuerst aus der Luft, ließ ihn dann aber fallen. Anschließend fiel der Torhüter auf den zuvor eingewechselten Sam Klein. Elfmeter für St. Pauli? Knifflige Situation - Schiedsrichter Robert Hartmann ließ weiterlaufen, zum Unmut der Heim-Fans.

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Und dann jubelte Nürnberg zum zweiten Mal. In der 72. Spielminute leistete sich Louis Oppie einen folgenschweren Fehlpass. Der Linksverteidiger wollte eigentlich zu Keeper Voll zurückspielen, übersah dabei aber fahrlässig Sigurd Haugen, der anschließend aus spitzem Winkel passgenau zur erneuten Führung der Gäste traf.

In der 90. Minute traf Marc Kornwachs schließlich erneut für die Nürnberger zum späteren Endstand. Die Bilanz der Kiezkicker mit Schiedsrichter Hartmann an der Pfeife (bisher nur vier Siege in 17 Partien unter seiner Leitung) geht damit erstmal weiter bergab. Bei seinem Abgang erntete er Pfiffe vonseiten der Südkurve.

Nach einem folgenschweren Fehlpass von Louis Oppie traf der 1. FC Nürnberg zur 2:1-Führung.  © WITTERS

Statistik zur Zweitliga-Partie zwischen dem FC St. Pauli und dem 1. FC Nürnberg

2. Bundesliga, 10. Spieltag

FC St. Pauli - 1. FC Nürnberg 1:3 (0:1)

Aufstellung St. Pauli: Voll - Nemeth, Smith, La. Ritzka (80. Niang) - Pyrka, Rasmussen (59. Klein), Fujita, Oppie - Metcalfe - Hrgota (71. Kaars), Ceesay

Aufstellung FCN: Reichert - Janisch (85. Mkrtchyan), Kalogeropoulos, F. Otto, Porstner - Markhiev, Fernandez - Justvan (74. Masouras) - Ghrieb (65. Bøving), Scobel (65. Haugen), Lubach (85. Kornwachs)

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen im Allgäu)

Zuschauer: 29.546 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Smith (ET, 7.), 1:1 Ceesay (58.), 1:2 Haugen (72.), 1:3 Kornwachs (90.)

Gelbe Karten: Fujita (3), Nemeth (3) / Porstner (3), Kalogeropoulos (3), Haugen (1), Lubach (2)

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Tabelle 2. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 Hertha BSC 10 23:8 28
2 1. FC Nürnberg 10 24:13 21
3 VfL Wolfsburg 10 25:14 19
4 1. FC Kaiserslautern 10 9:7 18
5 1. FC Magdeburg 10 21:13 17
6 1. FC Heidenheim 10 17:18 15
7 Arminia Bielefeld 10 16:15 14
8 FC St. Pauli 10 12:12 12
9 SpVgg Greuther Fürth 10 13:16 12
10 VfL Osnabrück 10 14:17 11
11 VfL Bochum 1848 10 8:11 11
12 Hannover 96 10 10:16 11
13 Karlsruher SC 10 13:21 11
14 FC Energie Cottbus 10 18:20 10
15 Eintracht Braunschweig 10 16:18 10
16 SV Darmstadt 98 10 9:19 9
17 Holstein Kiel 10 10:12 8
18 SG Dynamo Dresden 10 12:20 8

Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.

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