Zwickau - Während sich Erzgebirge Aue mit einem klaren Sieg über den Erzrivalen aus der sportlichen Krise geballert hat, hängt beim FSV Zwickau der Haussegen gehörig schief. Sportdirektor Robin Lenk (42) nahm sich die Derby-Versager am Sonntag zur Brust. Für Montag steht eine turnusmäßige Vorstandssitzung an, zu der der 42-Jährige geladen ist. Mit Sicherheit kommt die Nicht-Leistung vom Sonnabend zur Sprache und entsprechende Konsequenzen, die man in Betracht zieht.
Fakt ist: Es gibt nicht den alleinigen Schuldigen. "Ich muss ganz ehrlich sagen, dass alle in der Pflicht stehen, Mannschaft wie auch Trainerteam. Ich werde nicht zusehen, dass das, was wir alle, Vorstand, die Geschäftsstelle und die sportliche Leitung in den letzten dreieinhalb Jahren aufgebaut haben, zerstört wird", betont Lenk.
Er kritisiert in allererster Linie den Auftritt der Profis: "Es gibt Spieler, die laufen unter der Woche im Training oder im Spiel herum, als würde sie vor Kraft strotzen und machen den dicken Max und im Zweikampf lassen sie sich dann abkochen."
Obwohl er es vermeidet Namen zu nennen, darf sich unter anderem Theo Martens (23) angesprochen fühlen, der gegen Maxim Burghardt keinen Stich sah.
"Wir sind an einem Punkt angelangt, und das zeigen die letzten fünf Monate, wo wir in drei wichtigen Derbys gegen den CFC und zweimal Aue versagt haben, wo wir anerkennen müssen, dass die Zitrone ausgequetscht ist. Zum Saisonende laufen viele Verträge aus. Wenn sich bei einigen die Leistung nicht bessert, endet die gemeinsame Reise im Sommer. Und wer in den nächsten Spielen nicht mitzieht, kann sich gerne schon im Winter einen neuen Verein suchen", so Lenk.
16 Spielerverträge laufen beim FSV Zwickau aus
Laut Transfermarkt.de laufen 16 Spielerverträge aus. Auch Lenk sowie Cheftrainer Rico Schmitt (58) und dessen Stab müssen mit dem kaufmännischen Geschäftsführer André Beuchold in die Vertragsverhandlungen gehen.
Lenk und Schmitt haben in den letzten dreieinhalb Jahren, in denen die wirtschaftliche Konsolidierung über allem stand, aus wenig viel gemacht.
Beuchold und Lenk sind in stetigem Austausch. Sie werden auch am Sonntag die Köpfe zusammengesteckt haben, als die beiden Halle gegen Lok Leipzig im Leuna-Chemie-Stadion anschauten.
Sie werden auch erörtert haben, wie sie die gefrusteten Zuschauer und Sponsoren besänftigen. Beuchold und Co. haben bei Sponsoren Klinken geputzt, um Morris Schröter (31) unter Vertrag zu nehmen.
Coach Schmitt erhofft sich vom Neuzugang einen Impuls auf dem Platz und in der Kabine. Den Neuzugang dann aber gegen Aue nicht zur Halbzeit zu bringen, wo Schmitt auf den offensiven Außen mit Martens und Lucas Albert (27) zwei Total-Ausfälle hatte, hinterließ bei vielen Fragen.
Lenk dazu: "Ich war auch überrascht, dass wir zur Pause keine Impulse von der Bank gebracht haben."