FSV trennt sich von Cheftrainer Schmitt: "Hatte sich nicht so richtig rund angefühlt"
Zwickau - Das hatte sich in den letzten Stunden angedeutet! Der FSV Zwickau trennt sich einen Tag nach der 0:3-Pleite beim BFC Preussen von Cheftrainer Rico Schmitt (58). Seine Aufgaben übernimmt vorübergehend der bisherige Co-Trainer Daniel Rupf (40), während die Verantwortlichen im Hintergrund an einer Nachfolgelösung arbeiten.
"Wir haben mehrere Krisen gemeinsam bewältigt und waren geduldig. Doch der Glaube daran, dass in der aktuellen Konstellation erneut die Trendwende gelingt, ist einfach nicht mehr da. Dennoch tut dieser Schritt wahnsinnig weh!", sagt der kaufmännische Geschäftsführer André Beuchold.
Vorausgegangen waren intensive Gespräche von Vorstand, dem Beuchold angehört, und Aufsichtsrat des FSV Zwickau.
Die personelle Konsequenz hatte sich nicht erst seit den krachenden Niederlagen gegen Preussen und eine Woche zuvor im Derby gegen den Schacht (0:3) abgezeichnet. "Es bezieht sich nicht nur auf die letzten beiden Spiele, sondern hatte sich mit Beginn der Vorbereitung nicht so richtig rund angefühlt", erklärte Sportchef Robin Lenk (42) zu Schmitts Beurlaubung.
"Wir sind sehr, sehr schwankend unterwegs gewesen. Die Eindrücke der Vorbereitung sind durch den Auftaktsieg in Jena ein Stück weit kaschiert worden. Unter dem Strich sind wir alle zu der gleichen Einschätzung gekommen", so der 42-Jährige.
FSV-Geschäftsführer Beuchold: "Wir alle sind weiterhin in der Verantwortung"
Rupf, der das Training am Sonntag geleitet hat, sei nur eine Übergangslösung. Gegenwärtig besitzt er die Elite-Jugend-Lizenz, ist aber für die A-Lizenz angemeldet, so Lenk. Was sich die Verantwortlichen von der Trainerentlassung erhoffen, formuliert Lenk so: "Den Spielern ist dadurch das Alibi genommen und die Jungs sind noch mal mehr in der Pflicht."
Zwickau, das seit jeher nicht als Schleudersitz verschrien ist, muss sich nach dreieinhalb Jahren einen neuen Trainer suchen. Was bleibt, ist eine Bilanz, die sich nach dem Drittliga-Abstieg positiv las, mit dem vierten und dritten Platz in den letzten beiden Spielzeiten sowie dem Einzug ins Sachsenpokal-Finale im Mai.
"Hinter uns liegen dreieinhalb intensive gemeinsame Jahre, in denen wir viel miteinander erlebt, durchgestanden und aufgebaut haben. Aber bei aller Verbundenheit, Dankbarkeit und unserem gelebten Selbstverständnis der Ruhe und Loyalität - am Ende steht der Verein über allem. Gerade aus unserer tiefen Verbundenheit zum FSV heraus tragen wir die Verantwortung, auch schwierige Entscheidungen treffen zu müssen, die wir für die Zukunft unseres Vereins als notwendig erachten. Diese Freistellung kann allerdings nur ein erster Schritt sein, die sportliche Entwicklung wieder in die richtige Richtung zu lenken! Wir alle sind weiterhin in der Verantwortung!", so Beuchold.
Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg
