Heute wird DDR-Torwart-Legende Jürgen Croy 80: MDR-Doku feiert seine Erfolge

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Zwickau - Am Montag feiert DDR-Torwart Jürgen Croy seinen 80. Geburtstag. Die Sternstunden des DDR-Fußballs, der Zwickauer hat sie alle mitgemacht. Drei Erfolge sind ihm wichtig: der Gewinn der Junioren-Europameisterschaft 1965, der Olympiasieg 1976 und die Weltmeisterschaft 1974 in der BRD, dem sogenannten "Klassenfeind" der SED-Diktatur.

Blieb in seinen 80 Jahren seiner Heimatstadt Zwickau immer treu: Jürgen Croy bei der Premiere seiner Doku.
Blieb in seinen 80 Jahren seiner Heimatstadt Zwickau immer treu: Jürgen Croy bei der Premiere seiner Doku.  © Ralph Köhler

"Wir haben das etwas anders gesehen als sportliche Konkurrenz. Es gibt keinen Fußballspieler, der früher auf den Platz gegangen ist und gesagt hat: 'Heute spiele ich für das Zentralkomitee'", verriet Croy anlässlich der Premiere der MDR-Doku "Der Torhüter: Jürgen Croy, die Nummer 1 der DDR" im Zwickauer Kino "Astoria". Es sind sehenswerte 45 Minuten - ein Stück DDR-Sportgeschichte. Nicht nur für Zwickauer ein Muss.

Croy und Co. spielten 1974 groß auf, weil sie es qualitativ konnten und fügten dem späteren Weltmeister die einzige Niederlage im Tournament zu. "Du kannst aus einem Ackergaul kein Rennpferd machen. Wer es nicht kann, kann es auch zur WM nicht", sagte die Torhüterlegende im Rückblick.

Franz Beckenbauer und Co. durften sich später über den WM-Pokal und 70.000 D-Mark Siegprämie für jeden freuen. Die DDR-Auswahl fuhr mit 70.000 Westmark für alle und einem Genex-Katalog heim.

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Croy: "Meine Prämie waren 7500 oder 8000 Westmark. Wenn du das gebündelt gesehen hast, war das unglaublich viel Geld." Er bestellte sich damit einen Swimmingpool.

DDR-Torwart Jürgen Croy war absolute Weltspitze

Im Filmpalast "Astoria" in Zwickau feierte die MDR-Doku über Jürgen Croy am Montag ihre Premiere.
Im Filmpalast "Astoria" in Zwickau feierte die MDR-Doku über Jürgen Croy am Montag ihre Premiere.  © Ralph Köhler

Wenn man bedenkt, was heutige Spitzenfußballer sich leisten können, zeigt es, wie anders die Zeit hinter dem Eisernen Vorhang war. Doch genau zu jener Zeit war Croy aktiv und absolute Weltspitze.

Einer, der zweimal an seiner Seite stand und sogar dreimal den Pokal mit Zwickau gewann, ist Peter Henschel. Der rüstige 83-Jährige saß zur Filmpremiere neben dem Autor und hatte manch Anekdote parat.

Er - ein Schedewitzer, Croy ein Planitzer, beides Zwickauer Stadtteile. Dass Zwickau seinerzeit so viele gute Fußballer hervorbrachte, für Croy ein Grund, stets seiner BSG die Treue zu halten.

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Er sollte es nicht bereuen, war dreimal DDR-Fußballer des Jahres. Unvergessen der Pokalsieg 1975 gegen Dynamo Dresden, der die unvergessliche Europapokalreise 1975/76 gegen Panathinaikos Athen, AC Florenz, Celtic Glasgow und RSC Anderlecht überhaupt erst ermöglichte.

In Zwickau schwärmen sie noch heute davon. Was die Helden von einst geleistet haben, kann einem niemand wegnehmen. Genauso wenig wie den Genex-Pool in Croys Garten. "Leider nutze ich den nicht mehr. Ich bräuchte ja einen Fahrstuhl in das Becken hinein", scherzte Croy.

Titelfoto: Ralph Köhler

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