Hertha siegt einfach weiter, aber Leitl mahnt: "Nicht die Mannschaft, die ich kenne"

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Berlin - Jetzt gewinnt Hertha auch noch solche Spiele. Die Alte Dame baut ihren Start-Rekord mit dem 2:1 gegen Fürth weiter aus, siegt zum siebten Mal in Folge. Ein glücklicher Dreier, hat Fürth den Spitzenreiter doch immer wieder vor Probleme gestellt.

Mads Pedersen (30, r.) nimmt Maß und trifft sehenswert zum 1:0.
Mads Pedersen (30, r.) nimmt Maß und trifft sehenswert zum 1:0.  © Andreas Gora/dpa

Fürth-Trainer Heiko Vogel (50) bescheinigte seiner Mannschaft "die beste Saisonleistung" und stand mit der Einschätzung nicht alleine da.

Bezeichnend: Die Gäste hatten insgesamt 58 Prozent Ballbesitz, erspielten sich insgesamt 12 Ecken. "Fürth hat ein super Spiel gemacht, ich fand die brutal mutig und intensiv. Da mussten wir ab und zu auch leiden. Das haben wir gemacht", so Paul Seguin (31).

Mit seinem 2:0 machte er den Deckel drauf. Der Anschluss durch Jannis Heuer (27) kam zu spät. Am Ende reichte es auch mit dem bislang schwächsten Spiel zum siebten Streich.

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Mit 21 Punkten steht Hertha weiter an der Tabellenspitze, marschiert weiter ohne Punktverlust voran. Irre angesichts der Untergangsszenarien im Sommer, als man lange ohne Neuzugang, aber mit vielen Abgängen dastand.

Eigentlich ein Grund zum Jubeln. Stefan Leitl (49) freute sich auch über die 58.000 Zuschauer, sowie die drei Punkte, legte aber den Finger in die Wunde: Zufrieden war er mit dem Auftreten seiner Mannschaft nicht.

"Die Art und Weise, wie wir in das Spiel gegangen sind, hat mir überhaupt nicht gefallen. Auch wenn wir Chancen haben, ist es schon nicht so, wie ich mir das wünsche. Es geht darum, mit welcher Ernsthaftigkeit ich hier reingehe, mit welcher Intensität ich Fußball spiele. Wie ich meine Zweikämpfe führe, speziell im Offensivbereich. Da haben wir schon deutlich Luft nach oben", so Leitl auf der Pressekonferenz.

Stefan Leitl (49) war mit dem Auftreten seiner Mannschaft nicht zufrieden.
Stefan Leitl (49) war mit dem Auftreten seiner Mannschaft nicht zufrieden.  © Andreas Gora/dpa

Mads Pedersen sticht bei Fürther Trauer zu

Torschütze Paul Seguin (31) freut sich über den siebten Sieg in Serie.
Torschütze Paul Seguin (31) freut sich über den siebten Sieg in Serie.  © Andreas Gora/dpa

Auch bei Sky wurde er deutlich: "Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Das Beste an dem Spiel ist, dass wir gewonnen haben. Es war nicht die Mannschaft, die ich kenne."

Es waren nur Millimeter, die womöglich für einen anderen Spielausgang gesorgt hätte. Der auffällige Omar Sillah (23) erzielte in der 62. Minute die vermeintliche Führung, stand aber in der Entstehung hauchzart im Abseits. Der VAR kassierte den Treffer wieder ein.

Während Fürth eben noch jubelte und nun haderte, nutzte Hertha eiskalt den Moment aus. Josip Brekalo (28) nahm den hinter laufenden Mads Pedersen (30) mit, der den Ball sehenswert mit dem Außenrist verwertete:

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"Was halt echt cool ist, er kommt und sagt: 'Hey, Coach, sorry, schlecht gespielt, aber Tor gemacht. Das bringt's dann auf den Punkt. Es war jetzt wirklich vielleicht das schwächste Spiel von ihm, aber er macht natürlich ein überragendes Tor", so Leitl.

Der Hauptstadtklub bleibt im Flow. Die Befürchtungen, die XXL-Länderspielpause könnte die Blau-Weißen aus dem Tritt bringen, bestätigten sich nur zum Teil. Spielerisch war es trotz guter Chancen der schwächste Auftritt, die Punkte aber bleiben trotzdem in Berlin. Es zeigt aber auch: Diese Hertha gewinnt jetzt auch schwächere Spiele.

Dennoch steht einiges auf der To-do-Liste: "Es gibt sehr, sehr viel zu tun. Das werden wir auch die nächsten Wochen von den Jungs einfordern", sagte Leitl. "Ich erwarte eine andere Haltung, deshalb bin ich sehr kritisch."

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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