Irres Achttore-Spektakel: Hertha BSC dreht Rückstand gegen Braunschweig und stellt Rekord ein

Braunschweig - Hertha BSC hat beim 5:3 (2:2)-Spektakel gegen Eintracht Braunschweig einen Zweitore-Rückstand gedreht und mit dem dritten Dreier im dritten Ligaspiel den vereinseigenen Rekord eingestellt. Die Alte Dame springt mit dem Sieg zumindest über Nacht an die Tabellenspitze in der 2. Bundesliga.

Yann Sturm (r.) lässt Hertha-Keeper Marius Gersbeck keine Chance - Pechvogel Niklas Kolbe kann nur noch hinterherschauen.  © Swen Pförtner/dpa

Die Berliner versuchten in der Anfangsphase an ihre starke Frühform anzuknüpfen und tauchten ein ums andere Mal gefährlich im Strafraum der Hausherren auf.

Aus dem Nichts gingen in der 10. Minute dann aber die Niedersachsen in Führung. Niklas Kolbe vertändelte das Kunstleder gegen Yann Sturm, der allein auf Marius Gersbeck zulief und dem Hertha-Keeper keine Chance ließ - Lieferservice à la Hertha.

Und nach 33 Minuten sollte es noch schlimmer kommen. Kevin Ehlers durfte nach einer Ecke am zweiten Pfosten vollkommen blank hochsteigen und seelenruhig zum 2:0 für die Eintracht einnicken - Stefan Leitl war an der Seitenlinie sichtlich bedient.

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Opoku ließ acht Zeigerumdrehungen später dann noch die Riesenchance zum 3:0 liegen - offenbar ein Weckruf für die Gäste, die plötzlich noch einmal Gas gaben. Jon Dagur Thorsteinsson verkürzte nach Vorlage von Josip Brekalo, bevor der Kapitän selbst in der Nachspielzeit nach einer gegnerischen Ecke den Ausgleich besorgte.

Brekalos Schlenzer mit schier unglaublicher Flugkurve aus knapp 40 Metern setzte den Schlusspunkt unter ein Viertore-Spektakel in der ersten Halbzeit. Bitter für Braunschweig: Vor dem Ausgleichstreffer wurde ein klares Foul nicht geahndet - statt Elfmeter gab's den Ausgleich.

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Kevin Ehlers (r.) köpft nach einer Ecke zum 2:0 für Braunschweig ein.  © Swen Pförtner/dpa
Jon Dagur Thorsteinsson zieht ab - sein Schuss wird von Lukas Frenkert (r.) unhaltbar zum Anschlusstreffer abgefälscht.  © Swen Pförtner/dpa
Josip Brekalo lässt einen fliegen und schlenzt die Kugel aus knapp 40 Metern zum Ausgleich in die Maschen.  © Swen Pförtner/dpa

Hertha BSC dreht Zweitore-Rückstand und springt an Tabellenspitze, Brekalo schnürt Doppelpack

Pechvogel Kevin Ehlers (r.) drückt den Ball zum 3:2 für Hertha BSC über die eigene Linie - Sebastian Grönning (l.) freut's.  © Swen Pförtner/dpa

Nach dem Doppelschlag vor der Pause war das Momentum jetzt eindeutig aufseiten des Hauptstadtklubs, der auf dem Gaspedal blieb. Zu allem Überfluss war es dann ausgerechnet Ehlers, der die Partie in der 53. Minute mit einem Eigentor auf die Seite der Hertha drehte.

Der Berliner Sport-Club übernahm jetzt die Kontrolle über die Partie und ließ kaum noch etwas anbrennen. Nach 67 Minuten bekamen die Spree-Athener dann auch noch Schützenhilfe vom VAR, der Schiedsrichter Richard Hempel an den Bildschirm zitierte.

Der eingewechselte Lino Tempelmann riss bei einer Ecke Kolbe zu Boden. Brekalo übernahm die Verantwortung und verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zum 4:2 für die Leitl-Truppe. Mit seinem Doppelpack zog der Kroate den Löwen endgültig den Zahn.

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Der Rest der Begegnung war für die 2500 mitgereisten Hertha-Fans ein einziges Fest. Joker Oluwaseun Adewumi durfte sich auch noch in die Torschützenliste eintragen, bevor Jan Urbich noch einmal Ergebniskosmetik für die Blau-Gelben betrieb.

Schiedsrichter Richard Hempel gibt nach Ansicht der Videobilder Elfmeter für Hertha BSC.  © Swen Pförtner/dpa
Josep Brekalo (2.v.l.) feiert seinen Doppelpack mit Oluwaseun Adewumi (3.v.l.) der auch selbst noch ins Schwarze traf.  © Swen Pförtner/dpa

Statistik zum Spiel zwischen Eintracht Braunschweig und Hertha BSC

2. Bundesliga, 3. Spieltag

Eintracht Braunschweig - Hertha BSC 3:5 (2:2)

Aufstellung Eintracht Braunschweig: R.-T. Hoffmann - Aydin, Ehlers, Frenkert, Katterbach (63. Di Michele Sanchez) - di Benedetto (46. Tempelmann), Flick - Opoku, Marie, Sturm (57. Junior Zé) - Entrup (46. Urbich

Aufstellung Hertha BSC: Gersbeck - Eitschberger, Gechter, Kolbe, M. Pedersen (86. Marton Dardai) - Seguin (82. Klemens), K. Sessa - Thorsteinsson (82. Alfa-Ruprecht), Gouram (66. Adewumi), Brekalo - Grönning (66. Schuler)

Schiedsrichter: Richard Hempel (Großnaundorf)

Zuschauer: 21.883

Tore: 1:0 Sturm (10.), 2:0 Ehlers (33.), 2:1 Thorsteinsson (44.), 2:2 Brekalo (45.+4), 2:3 Ehlers (53./Eigentor), 2:4 Brekalo (69./Foulelfmeter), 2:5 Adewumi (87.), 3:5 Urbich (88.)

Gelbe Karten: Urbich (1), Tempelmann (1) / Seguin (2), Thorsteinsson (2), Gechter (1), Klemens (1)

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Nach dem Schlusspfiff ging bei Hertha BSC die große Feier los - der spektakuläre Sieg ist das perfekte Geburtstagsgeschenk für Trainer Stefan Leitl, der am Samstag 49 Jahre alt wird.  © Swen Pförtner/dpa

Tabelle 2. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 Hertha BSC 3 10:4 9
2 1. FC Nürnberg 2 7:2 6
3 Karlsruher SC 2 2:1 4
4 VfL Wolfsburg 2 1:0 4
5 Eintracht Braunschweig 3 9:7 3
6 Arminia Bielefeld 2 4:2 3
7 FC Energie Cottbus 2 3:4 3
8 VfL Bochum 1848 3 1:2 3
9 1. FC Heidenheim 2 5:7 3
10 1. FC Magdeburg 2 4:6 3
11 SG Dynamo Dresden 2 1:3 3
12 VfL Osnabrück 3 4:7 3
13 Holstein Kiel 2 4:4 2
14 FC St. Pauli 2 3:3 2
15 1. FC Kaiserslautern 2 0:0 2
16 SV Darmstadt 98 2 2:3 1
17 SpVgg Greuther Fürth 2 3:5 1
18 Hannover 96 2 1:4 0

Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.

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