Berlin - Es war der einzige Wermutstropfen an einem gelungenen Samstagvormittag: Kurz vor Schluss flog Deyovaisio Zeefuik (28) bei der Gala von Hertha BSC gegen Heidenheim (4:1) mit glatt Rot vom Platz.
Herthas Vorzeigekämpfer wollte es kaum wahrhaben, hob ahnungslos die Schulter, doch auch der VAR beließ es dabei. Die Alte Dame musste die letzten Minuten ohne den Linksverteidiger überstehen und wird auch danach auf Zeefuik verzichten müssen.
Der DFB hat mittlerweile die Sperre bekanntgeben: Zwei Spiele muss der Niederländer zuschauen - in Braunschweig (28. August) und Zuhause gegen Magdeburg (6. September).
Beim Pokal in Saarbrücken wiederum ist Zeefuik spielberechtigt. Seine Pokalsperre nach dem unnötigen Kopfnuss-Platzverweis in Köln hat der Niederländer bereits abgesessen.
Damals war die Rote Karte aber auch eindeutiger als nun gegen Heidenheim, dennoch aber durchaus vertretbar: In der 88. Minute behauptete Zeefuik gegen Maximilian Breunig (26) den Ball, stellte seinen Körper rein. Breunig zog am Trikot und schubste den Hertha-Star von hinten.
Das ließ er sich wiederum nicht gefallen, stellte sich dem Heidenheim-Angreifer entgegen, holte leicht mit dem Ellenbogen aus und traf ihn wohl auch. Allerdings nicht im Gesicht, wo sich Breunig sofort seine Hände schützen davor hielt.
Stefan Leitl muss Abwehr von Hertha BSC umbauen
Schiedsrichter Lukas Benen (33) zückte sofort Rot. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung, auch wenn Zeefuik das am Tag danach weiterhin etwas anders sah. Auf Instagram postete der 28-Jährige am Sonntag sein tolles Lupfer-Tor und versah das Video lediglich mit dem Hashtag #free42 (seine Rückennummer).
Auch Stefan Leitl (48) haderte mit dem Platzverweis. "Deyo hat sich sicherlich zu etwas hinreißen lassen, was nicht okay ist. Auf der anderen Seite: Ich weiß nicht, ob man unbedingt in der Situation Rot zeigen muss", so Leitl. "Ich hoffe, dass die Sperre nicht allzu lange ausfällt."
Jetzt muss der Coach zumindest für zwei Spiele die Viererkette umbauen.