Abwehralarm bei Hertha BSC: "Ganz bitter für uns"
Berlin - Eigentlich ist der Saisonauftakt für Hertha BSC nahezu perfekt verlaufen, wäre da nicht die vermaledeite 88. Minute beim 4:1 gegen den 1. FC Heidenheim gewesen.
So steht die Alte Dame nach zwei Spieltagen in der 2. Bundesliga zwar einigermaßen unerwartet ungeschlagen auf dem zweiten Tabellenplatz, aber auch mit einem Abwehrproblem da.
Denn ausgerechnet der so wichtige Zweikämpfer Deyovaisio Zeefuik (28) ließ sich von seinem Gegenspieler Maximilian Breunig (26) in einem Zweikampf im Niemandsland provozieren und zu einer Tätlichkeit hinreißen.
Ja, der Niederländer holte mit dem Ellenbogen aus, erwischte Breunig allerdings nicht im Gesicht, wie der mit einem sofortigen Griff an den Kopf suggerieren wollte, sondern an der Brust und das auch nicht mit sehr großer Wucht. "Ich weiß nicht, ob ich unbedingt in der Situation Rot zeigen muss", kritisierte auch Stefan Leitl (48) nach Spielschluss.
Nichtsdestotrotz kann selbst eine versuchte Tätlichkeit vom Schiedsrichter geahndet werden und so zückte Lukas Benen (33) folgerichtig den roten Karton und wurde auch nicht von VAR Katrin Rafalski (44) überstimmt.
Und das stellt die Blau-Weißen vor erhebliche Probleme, denn Zeefuik war ohnehin nur der Aushilfs-Linksverteidiger. Den Abgang von Michal Karbownik (25) zu Istanbul Basaksehir konnten die Berliner bislang nicht auf dem Transfermarkt kompensieren.
Wer kann Deyovaisio Zeefuik auf der linken Abwehrseite von Hertha BSC ersetzen?
"Das ist natürlich mit der Roten Karte ganz, ganz bitter für uns", stellte Leitl daher zähneknirschend auf der Pressekonferenz nach dem Heimsieg fest.
"Ich finde unsere Kette sehr, sehr stabil in den letzten beiden Spielen und jetzt bist du als Trainer gezwungen, wieder das zu verändern, was du eigentlich nicht verändern möchtest", bemängelte der 48-Jährige.
Und viele Möglichkeiten bleiben ihm dabei auch gar nicht, sollte der Hauptstadtklub nicht doch noch einen Überraschungs-Transfer aus dem Hut zaubern.
Der derzeit einzige gelernte Linksverteidiger ist der erst 17 Jahre alte Mayson Grothe. In der Schlussphase gegen Heidenheim rückte Innenverteidiger Niklas Kolbe (29) nach links und auch Marton Dardai (24) könnte zur Not auf dem linken Flügel aushelfen.
Da die Sperre nicht für den DFB-Pokal zählt, kann der Hertha-Coach am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den 1. FC Saarbrücken erst einmal noch auf Zeefuik bauen. Für das Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig muss Stefan Leitl sich dann eine Lösung einfallen lassen und hofft, "dass die Sperre nicht zu lange ausfällt".
Titelfoto: Andreas Gora/dpa

