Schmach vor fünf Monaten: Hertha hat noch eine Rechnung offen

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Berlin - Es war der Tiefpunkt einer doch enttäuschenden Saison. Nach Schlusspfiff entlud sich der ganze Frust. Hertha BSC hatte gerade zum Saisonabschluss in Bielefeld mit 1:6 voll auf die Mütze gekriegt - und das nach einer 1:0-Pausenführung. Einige Hertha-Fans forderten gar lautstark den Rauswurf von Stefan Leitl (49).

Am 34. Spieltag kassierte Hertha bei Arminia Bielefeld sechs Tore in einer Halbzeit.
Am 34. Spieltag kassierte Hertha bei Arminia Bielefeld sechs Tore in einer Halbzeit.  © Carmen Jaspersen/dpa

Zum Glück aber hielten die Hertha-Bosse zu ihrem Trainer. Die Alte Dame leitete den radikalen Umbruch ein, ist heute noch immer ungeschlagen. Das soll auch gegen Arminia Bielefeld im heimischen Olympiastadion (13 Uhr/Sky) so bleiben.

Von Revanche will Leitl zwar nichts wissen, dennoch hat die Schmach auch bei ihm Spuren hinterlassen: "Das Ergebnis war scheiße, die Art und Weise war scheiße. Es hat sich sicherlich im Nachgang noch ein paar Wochen hingezogen", so Leitl. "Du hast es mitgenommen, speziell ich persönlich. Es hat auch ein bisschen gedauert, dieses Ergebnis und auch die Art und Weise, wie wir dort aufgetreten sind, zu verdauen."

Von den Berlinern, die bei der schmerzhaften 1:6-Klatsche in der Startelf standen, sind nun immerhin noch sechs Hertha-Stars dabei, darunter mit Linus Gechter (22), Paul Seguin (31) oder Niklas Kolbe (29) wichtige Stammspieler. Dennoch ist es eine ganz andere Hertha als noch im Mai.

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"Der Fokus war nicht mehr so, wie er hätte sein müssen. Aber dann darf man trotzdem so ein Ergebnis nicht mitnehmen", so Leitl. "Warum soll ich das Ergebnis jetzt mitnehmen in diese Saison? Wir haben 22 von 24 Punkten geholt. Ich glaube, das ist die Antwort da drauf."

Stefan Leitl (49) hat die Bielefeld-Schmach mit der Saisonvorbereitung wieder abgehakt.
Stefan Leitl (49) hat die Bielefeld-Schmach mit der Saisonvorbereitung wieder abgehakt.  © Frank Molter/dpa

Hertha BSC: Mads Pedersen kehrt wieder in die Startelf zurück

Linksverteidiger Mads Pedersen (30) wird gegen Bielefeld in der Startelf stehen.
Linksverteidiger Mads Pedersen (30) wird gegen Bielefeld in der Startelf stehen.  © Frank Molter/dpa

Nur zwei Profis dürften auch ein wenig positiv auf das Spiel gucken: Soufian Gouram (21) und Nachwuchsstürmer Niklas Hildebrandt (18). Beide feierten auf der Alm ihr Bundesligadebüt.

Am Samstag dürfte vor allem Ersterer wieder auf dem Rasen stehen. "Es ist immer noch so, dass ein Soufian Guram sehr, sehr nah dran ist. Er hatte vielleicht in den letzten Wochen ein bisschen so ein kleines Tal, welches er durchschreiten musste, und hatte nicht so diese Frische. Trotzdem haben wir immer versucht, ihn mit Minuten auf Zweitliganiveau zu bringen."

Definitiv in der Startelf stehen wird Mads Pedersen (30). Der Däne saß in Kiel zunächst nur auf der Bank und mischte erst in den letzten 20 Minuten mit. "Der Wochenstart war sehr, sehr gut. Er fühlt sich gut und ist bereit, am Samstag zu spielen", so der Übungsleiter. WM-Stürmer Gustaf Nilsson (29) muss hingegen erneut passen.

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Hertha will nach dem ersten Punktverlust der Saison wieder drei Punkte einfahren. Die Arminia kommt nach zwei Siegen in Folge jedoch selber mit breiter Brust.

"Bielefeld ist nach wie vor eine sehr laufstarke, sehr fleißige, sehr geschlossene Mannschaft, die auch sehr schwer zu bespielen ist", braucht der Hauptstadtklub für drei Punkte den vollen Fokus und womöglich auch Geduld. "Darauf bereiten wir uns vor, dass wir gegen einen unangenehmen Gegner spielen werden."

Titelfoto: Carmen Jaspersen/dpa,Frank Molter/dpa

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