Sinsheim - Erst Eigentor-Drama und Verletzungspech, dann Last-Minute-Sieg: Alles sah danach aus, als würde der Hoffenheim-Fluch des HSV auch am Samstag wieder zuschlagen. Doch die Rothosen nutzten die Überzahl eiskalt und effizient aus und bezwangen die TSG spät mit 3:2 (1:1).
Was für ein Schlagabtausch in Sinsheim mit Happy End aus Sicht des Hamburger SV!
Und das, obwohl die Hamburger schon in der ersten Hälfte bittere Personal-Nachrichten verdauen mussten: Kapitän Nicolai Remberg humpelte verletzt vom Platz.
Der Führungsspieler hielt sich nach einem Zweikampf mit Bambasé Conté das Knie. Erstmals in dieser Spielzeit kam Miro Muheim auf den Platz.
Begonnen hatte der HSV aber euphorisch. Bereits in den ersten Minuten versetzte Yussuf Poulsen der Mannschaft von Christian Ilzer den Rückschlag (12.).
Nach einem Freistoß von Sambi Lokongo zog zunächst Fabio Vieira aus spitzem Winkel ab. Sein Pfostenpraller landete vor den Füßen von Poulsen und dieser bescherte den Hanseaten die Belohnung für eine durchaus starke Anfangsphase.
Es scheint als sei der Tank des Dänen entgegen mancher Erwartung wieder voll. Er selbst kündigte vor Anpfiff an: "Ich bin voll fit. Wir kommen mit Selbstvertrauen hier her!" Und dieser Satz sollte sich noch auszahlen.
Doch neben des Verletzungspechs mussten die Hamburger kurz vor Abpfiff von Hälfte eins zunächst einen weiteren Rückschlag einstecken. Ausgerechnet ein unglückliches Eigentor durch Sebastiaan Bornauw bescherte einer immer druckvolleren TSG den Ausgleich zur Pause.
HSV schockt Hoffenheim mit Last-Minute-Treffer
Ohne Wechsel kamen beide Teams aus der Kabine. Sofort knüpfte die TSG an ihre starke Schlussphase der ersten Hälfte an und drehte das Spiel.
Mit dem Führungstreffer zum 2:1 (53.) bescherte Bambasé Conté den Hamburgern sofort den Schock in Hälfte zwei. Das erste offizielle Bundesligator für den deutschen Nationalspieler.
Doch auch die Euphorie der TSG wurde gedämpft, als Schiedsrichter Harm Osmers in der 66. Minute den Gelb-Roten Karton zückte.
Bernardo kam an der Grundlinie zu spät gegen David Møller Wolfe und flog vom Platz. Diese Entscheidung änderte alles.
Denn die Hamburger versuchten mit neuen Kräften in der letzten Viertelstunde zuzuschlagen. Mit Erfolg: Der erst kurz zuvor eingewechselte Terem Moffi nutzte seine Chance und traf mit dem Kopf zum 2:2 (83.).
Dieser Ausgleich setzte plötzliche Energie bei den Gästen frei, sodass die Hanseaten die Überzahl eiskalt ausnutzten und das Spiel drehten. Ausgerechnet Miro Muheim, der in dieser Saison noch zu keiner Minute auf dem Platz kam, gelang der Last-Minute-Treffer zum 3:2-Sieg.
Statistik zur Bundesliga-Partie zwischen der TSG Hoffenheim und dem HSV
5. Spieltag
TSG Hoffenheim - Hamburger SV 2:3 (1:1)
TSG: Baumann - Coufal, Kabak, Machida (74. Hranac), Bernardo - Avdullahu, Burger - Conté (Gendrey), Daghim (74. Prass) - Lemperle (63. Hlozek), Asllani (63. Kramaric)
HSV: Heuer Fernandes - Capaldo, Bornauw, Omari - Lemke (76. Rössing-Lelesiit), Sambi Lokonga, Remberg (41. Muheim), Wolfe - F. Vieira, Adeline (76. Moffi) - Poulsen (59. Stange)
Schiedsrichter: Osmers, Harm (Hannover)
Zuschauer: 25.929
Tore: 0:1 Poulsen (12.), 1:1 Bornauw (45+6, ET), 2:1 Conté (53.), 2:2 Moffi (84.), 3:2 Muheim (90+4)
Gelbe Karten: Bernardo (1)
Gelb-Rote Karten: Bernardo (1)