Elfmeter und Platzverweis? HSV ärgert sich schon wieder über den Schiedsrichter
Hamburg - Eigentlich wollten sie nicht so viel über den Schiedsrichter sprechen, taten es am Ende aber doch: Nach dem bitteren 1:3 im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt hatten die Protagonisten des HSV viele Fragen.
Wie schon nach der 0:1-Pleite beim SC Paderborn 07 am Wochenende suchte Coach Merlin Polzin (35) nach dem Spiel in der Schiedsrichterkabine sogar das Gespräch mit dem Unparteiischen, wie er kurz darauf auf der Pressekonferenz verriet.
Dass Referee Tobias Stieler (45) in der 36. Minute nicht auf Strafstoß entschieden und auch der VAR-Check nichts daran geändert hatte, sorgte nicht nur beim Trainer, der von einer "Schlüsselszene" sprach, für Kopfschütteln.
"Für mich war das ein klarer Elfmeter", betonte Sportdirektor Claus Costa (42) mit Blick auf das vermeintliche Foul an Zakaria El Ouahdi (24). Der Marokkaner selbst verriet, dass Stieler ihm nach dem VAR-Check auf dem Platz gesagt habe, dass es "nicht klar genug" gewesen sei. "Ich weiß nicht, warum das dem Kollegen nicht klar genug war", kommentierte Costa verärgert.
Was darüber hinaus für Unmut sorgte: Kurz nach der Pause leistete sich Frankfurts Nnamdi Collins (22) - bereits verwarnt - ein weiteres gelbwürdiges Foul, doch Stieler ließ den Karton stecken. SGE-Trainer Adi Hütter (56) reagierte sofort und wechselte den Verteidiger aus.
HSV-Profi Zakaria El Ouahdi sieht "unser bestes Spiel der Saison"
Trotz der Frustration über diese Entscheidungen wollte Costa dem Schiedsrichter nicht den "Schwarzen Peter" zuschieben - denn die Hamburger hätten das Spiel trotzdem für sich entscheiden können.
"Wir hatten genug Chancen und müssen diese nutzen. Wir haben auf der anderen Seite gesehen, wie man seine Chancen effektiv nutzt", verdeutlichte der Sportdirektor. Trotz der angespannten Personalsituation habe die Mannschaft eine "sehr, sehr gute Leistung" gezeigt.
El Ouahdi ging sogar noch weiter: "Für mich war das unser bestes Spiel der Saison. Wir waren heute bereit und das hat man auf dem Platz gesehen", unterstrich der 24-Jährige, der einen starken Auftritt hingelegt hatte.
Nach dem Pokal-Aus können sich die Rothosen nun immerhin voll und ganz auf den Liga-Alltag konzentrieren. Nächster Gegner am Sonntag (17.30 Uhr): Eintracht Frankfurt.
Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

