HSV erlebt nach Mainz-Debakel nächsten Albtraum: "Das darf uns nicht passieren"
Leipzig - Drei Spiele, drei Pleiten, 0:12 Tore. Der Saisonstart des HSV gleicht einem Albtraum. Nach dem Debakel gegen den 1. FSV Mainz 05 gab es für die Rothosen bei RB Leipzig die nächste 0:5-Packung.
"Das Ergebnis ist ernüchternd", brachte es Sportdirektor Claus Costa (42) nach der Partie am DAZN-Mikrofon auf den Punkt. Der sichtbar zerknirschte Ex-Profi sprach darüber hinaus von einem "bitteren Nachmittag".
Vor allem störte sich der 42-Jährige an den Geschehnissen zwischen der 72. und der 77. Minute, als die Hanseaten völlig auseinanderfielen und die Gegentreffer drei, vier und fünf kassierten. "Das darf uns nicht passieren", verdeutlichte Costa.
Coach Merlin Polzin (35) sah es ähnlich. Er habe bis zum 0:3 ein gelungenes Auswärtsspiel seiner Mannschaft gesehen. Und dann? "Darfst du dir diese Zahl an Gegentoren nicht so einfangen", urteilte der Aufstiegstrainer.
Es sei nun allerdings wichtig, die Emotionen herauszulassen und das Spiel inhaltlich aufzuarbeiten. "Wir wollten ein anderes Gesicht zeigen als gegen Mainz, das habe ich gesehen. Auch wenn es sich beschissen anhört nach dem gleichen Ergebnis", räumte der 35-Jährige ein.
HSV steht vor Heimspiel gegen den 1. FC Köln bereits mächtig unter Druck
Tatsächlich war die Art und Weise, wie die Hamburger auftraten, nicht mit dem vergangenen Wochenende vergleichbar - nur kaufen können sich die Rothosen davon wenig. Beim kommenden Heimspiel gegen den 1. FC Köln (Samstag/15.30 Uhr) ist deshalb schon richtig Druck auf dem Kessel.
"Das Trainerteam hat es mehrfach bewiesen, dass es in Krisen die richtigen Schlüsse ziehen kann", stärkte Costa sogleich Polzin und Co. den Rücken. Von Aktionismus halte er wenig, es gehe jetzt schlichtweg darum, die individuellen, aber auch taktischen Fehler abzustellen, forderte der Sportdirektor.
Polzin selbst beschwor den Teamgeist und das Miteinander seiner Spieler. "Das ist in dieser Phase extrem wichtig", bekräftigte der Coach. Keeper Daniel Heuer Fernandes (33) fasste abschließend zusammen: "Wir müssen klar bleiben und uns selbst helfen."
Titelfoto: Jan Woitas/dpa
