Hamburg - Bitter, bitterer, HSV: Die Rothosen unterliegen Eintracht Frankfurt in der 2. Runde des DFB-Pokals mit 1:3 - und das, obwohl sie über weite Strecken die bessere Mannschaft waren und etliche Top-Chancen hatten. Für Unmut sorgte eine Schiedsrichter-Entscheidung.
In der 36. Minute ging Zakaria El Ouahdi mit vollem Tempo in den Strafraum der Frankfurter und wurde von SGE-Kapitän Robin Koch unsanft zu Boden gebracht, doch Referee Tobias Stieler ließ weiterlaufen. Der VAR überprüfte die Szene zwar, schätzte die Entscheidung aber nicht als falsch ein. Die Rothosen konnten es nicht fassen.
Zu diesem Zeitpunkt hätte der Gastgeber gut und gerne schon führen können. El Ouahdi hatte eine dicke Chance vergeben (24.), auch Albert Grönbaek hätte den Ball im Netz unterbringen können, wenn nicht müssen (29.).
Von der Eintracht kam in der ersten halben Stunde offensiv so gut wie gar nichts, ehe Jonathan Burkardt in gefährlicher Position auftauchte, aber von Sebastiaan Bornauw geblockt wurde (30.).
Der HSV-Verteidiger war es auch, der kurz vor der Pause die nächste Riesengelegenheit zur Führung für die Hausherren vergab. Aus kurzer Distanz setzte er seinen Kopfball über den Kasten (42.).
HSV gegen Eintracht Frankfurt: SGE zeigt sich vor dem Tor brutal effizient
Bitte für die Hanseaten: In der Pause musste der Belgier in der Kabine bleiben, nachdem er in der letzten Aktion vor dem Halbzeitpfiff in einem Luftzweikampf die Faust von SGE-Keeper Noah Atubolu ins Gesicht bekommen hatte - der nächste herbe Personal-Rückschlag für den HSV. Youngster Jason Bissi-Mouelle kam für ihn.
Ob es an dem Ausfall des Abwehrspielers lag, dass die Rothosen nicht gut in die zweite Hälfte kamen? Die Frankfurter jedenfalls waren nun deutlich präsenter - und gingen plötzlich in Führung: Nach einer Flanke aus dem Halbfeld legte Burkardt per Kopf quer und Koch drückte die Kugel aus kürzester Distanz zum 0:1 über die Linie (56.).
Die Elf von Merlin Polzin wirkte kurz geschockt, fing sich dann aber wieder. Miro Muheim zwang Atubolu aus der Distanz zu einer starken Parade (59.), kurz darauf köpfte Terem Moffi knapp daneben (63.).
Während die Hamburger also weiter Chancenwucher betrieben, schlug die SGE erneut eiskalt zu: HSV-Youngster Shafiq Nandja verschätzte sich bei einer Flanke, Burkardt bedankte sich und schob zum 0:2 ein (71.). Kurz darauf sorgte Younes Ebnoutalib endgültig für die Entscheidung (75.). Daran änderte auch der Anschlusstreffer von Moffi nichts mehr (79.).
Statistik zum Pokalduell zwischen dem HSV und Eintracht Frankfurt
DFB-Pokal, 2. Runde
Hamburger SV - Eintracht Frankfurt 1:3 (0:0)
HSV: Tangvik - Nandja, Bornauw (46. Bissi-Mouelle), Omari - El Ouahdi, Sambi Lokonga (73. Amoako), Muheim (73. Daka), Wolfe - Adeline, Grönbaek (73. Stange) - Moffi (82. Rössing-Lelesiit)
SGE: Atubolu - Collins (49. Kosugi), Koch, Maluze, Baum - Onyedika, Götze (72. Aseko), Doan (90.+1 Arrhov), Uzun, Chaibi - Burkardt (72. Elnoutalib)
Schiedsrichter: Tobias Stieler (Sölden/Schwarzwald)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Koch (56.), 0:2 Burkardt (71.), 0:3 Elnoutalib (75.), 1:3 Moffi (79.)
Gelbe Karten: - / Collins (1), Maluze (1), Onyedika (1), Götze (1)