Favorit zittert heftig: Oberligist ganz nah an Pokal-Überraschung gegen Lok Leipzig dran
Auerbach - Ohne den kurzfristig ausgefallenen Ayodele Adetula reiste Lok Leipzig am Sonntagnachmittag zur 2. Runde des Sachsenpokals zum VfB Auerbach. Gegen den Oberligisten hatte der Vertreter aus der Regionalliga Nordost vor 1890 Zuschauern zunächst kaum Probleme, brachte es aber trotzdem nur mit einem knappen 3:2 (2:1) über die Linie. Auch, weil die Vogtländer mit viel Rückenwind zwei Mal wieder rankamen und zum Schluss ohne Ende kämpften.
Für einen Favoriten ist es immer beruhigend, bei einem Pokalspiel bei einem Underdog früh in Führung zu gehen.
Das gelang Blau-Gelb auch. Eren Öztürk setzte sich in der achten Minute stark auf links durch und gab am kurzen Pfosten in die Mitte. Alexander Siebeck kam angerauscht und verwandelte flach links unten.
Die Vogtländer hatten große Probleme in die gegnerische Hälfte zu kommen. Lok spielte einfachen, kontrollierten Fußball und erarbeitete sich dadurch immer wieder beste Chancen, die aber teils sträflich liegenlassen wurden.
Djamal Ziane köpfte aus zwei Metern rechts neben den Kasten (24.), Siebeck vergab aus kurzer Distanz seinen zweiten Treffer (26.).
So blieb es lange Zeit das knappe Ergebnis. Weil aber der VfB im ersten Durchgang weitestgehend harmlos blieb, war die Führung des Regionalligisten aber auch zu keinem Zeitpunkt gefährdet.
Auerbach hatte durch Cedric Graf immerhin eine Halbchance, doch der Kapitän verpasste einen Kopfball knapp (39.). Besser machte es Ziane eine Minute später auf der anderen Seite. Sein Kopfball passte, 2:0. Es sah alles schon nach einer klaren Halbzeitführung aus, da machten die Gastgeber aus dem Nichts per direkten Freistoß in den Winkel durch Felix Hache den Anschluss (43.).
VfB Auerbach kommt gegen Lok Leipzig stark aus der Pause
Auch durch den eigenen Treffer kurz vor der Pause begünstigt kamen die Hausherren mit viel Schwung aus der Kabine. Die Hoffnung war da, dass hier gegen die Leipziger was ging.
Klar aber auch, dass Lok jeden Fehler bestrafen würde - so, wie Simon Schierack nach einer Stunde, doch sein Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung zurückgenommen.
Trotzdem: Die Gäste waren bei Weitem nicht mehr so überzeugend unterwegs, wie das noch in den ersten 45 Minuten der Fall war.
Es brauchte eine Einzelleistung. Öztürk, der Mann des Spiels, hatte eine parat. Der Linksaußen zog in der 66. Minute stark in die Mitte und schloss aus gut 25 Metern ab. Das Leder senkte sich genau rechts oben ins Eck, Traumtor.
Nach 20 Minuten Powerplay der Auerbacher nahm der Treffer einer möglichen Überraschung eigentlich den Wind aus den Segeln. Weil Jan Stein in der 75. Minute aber im Strafraum mit der Hand an den Ball kam, gab es plötzlich Elfmeter. Kapitän Graf trat an und verwandelte sicher - 2:3.
Und ja, Lok musste plötzlich zittern. Auerbach spielte mutig mit, drängte nun auf den Ausgleich. Hache probierte es wieder mit einem Freistoß, knapp links vorbei (80.). Die Gäste waren völlig von der Rolle, ließen sich komplett in der eigenen Hälfte einschnüren. Kaum zu glauben nach den ersten 45 Minuten. Am Ende brachte es der Favorit aber mit ganz viel Mühe über die Linie.
Titelfoto: TAG24/ IMAGO / STEINSIEK.CH

