Leipzig - Passiert das gerade wirklich in Probstheida? Nach dem 0:1 am Donnerstagabend gegen die Würzburger Kickers ist der Aufstiegstraum von Lok Leipzig in akuter Gefahr – schon wieder! Ein Albtraum, der sich zum dritten Mal wiederholen könnte. Ein Triple, was nun wirklich niemand gebrauchen kann.
2020 scheiterte Blau-Gelb bei den Aufstiegsspielen an Verl, im vergangenen Jahr war es der TSV Havelse, der den Sprung der Sachsen in die 3. Liga verhinderte.
Nun, kurz vor einer möglichen Reform (die beiden Fanlager plädierten während der Partie am Donnerstag beide deutlich für das Kompassmodell), könnte Lok womöglich noch ein drittes Mal scheitern.
Doch so weit ist es noch nicht. Beim Rückspiel am kommenden Montag in Würzburg (18.30 Uhr/MagentaTV) haben die Leipziger ja noch alles in der Hand.
"Ich hab’ ein anderes Gefühl als letztes Jahr. Letztes Jahr war ich nach dem 1:1 im Hinspiel gegen Havelse irgendwie niedergeschlagener. Ich kann gar nicht sagen, warum – aber ich vertraue einfach der Mannschaft", so Farid Abderrahmane (29) nach dem Abpfiff. Klingt ein bisschen so, als hätte man sich bei Lok schon an das Gefühl gewöhnt, mit dem Rücken zur Wand zu stehen.
Nachdem beim letzten Regionalliga-Spiel Magdeburg II das zwischenzeitliche 2:1 kurz nach Wiederanpfiff geschossen hatte, haben womöglich auch nicht mehr so viele an Lok geglaubt. Am Ende kickten die Sachsen den FCM mit 5:2 aus dem Bruno. Comeback-Qualitäten sind also definitiv da.
Lok Leipzig muss sich für das Rückspiel etwas einfallen lassen
Von einem "Wunder" zu sprechen, was die Leipziger jetzt am Montag in Würzburg brauchen, wäre vermutlich zu hoch gesteckt. Dennoch hat gerade die zweite Halbzeit am Donnerstag gezeigt, dass sich Coach Jochen Seitz (49) einiges einfallen lassen muss, um die Defizite gegenüber dem Gegner auszugleichen.
Physisch war das schon eine Wucht, was die Offensivriesen um Tarsis Bonga (29) da teilweise mit der Leipziger Hintermannschaft veranstalteten. Trotz 1,96 Meter Körpergröße sprinteten er und Akteure wie Jermain Nischalke (23) den Hausherren einfach davon.
"Bei den Kontern hätte das zweite Tor fallen können, deswegen sind wir erst mal okay mit dem 0:1", analysierte Seitz das auch ganz richtig im Nachgang.
Fraglich, wie man das am Montag aber kompensieren möchte, denn viele Rückkehrer von der Krankenstation wird es nicht geben.
Am Ende bleibt zu sagen, dass es ein absolutes "Alles oder nichts"-Spiel werden wird, bei dem Würzburg nun mit einem klaren Vorteil antritt. Lok hat nichts mehr zu verlieren und muss in 90 Minuten jetzt noch einmal alles raushauen, was noch da ist.