"Das ist nicht genug": Bei Dynamo brennt schon wieder die Rote Laterne
Hannover - Was ist wohl schrecklicher? Der Blick auf die Tabelle oder die Bilanz? Das fünfte Mal in dieser Saison ließ Dynamo Dresden nach einer Führung noch Punkte liegen, unterlag am Sonntag bei Hannover 96 im Kellerduell mit 1:2 (1:0). 13 Punkte hat das neue Schlusslicht der 2. Bundesliga inzwischen verschenkt. In Dresden brennt die Rote Laterne!
"In der ersten Halbzeit müssen wir das Spiel killen, müssen es auf unsere Seite ziehen", suchte Niklas Hauptmann einen Tag nach Halloween nicht das erste Mal in dieser Saison den Killerinstinkt bei sich und seinen Kollegen.
Dabei hatte man die Niedersachsen genau da, wo man sie haben wollte.
Nach einem Eckball von Alexander Rossipal brachte Nicolai Rapp (11.) den bis dahin Vorletzten vor 37.200 Fans in Führung, Jonas Sterner hätte mit seiner satten Direktabnahme (41.) sogar noch erhöhen können.
Mit lauten Pfiffen wurde 96 in die Kabine geschickt, dort kamen sie aber mit richtig viel Wut wieder heraus, Biss und eben diesem Killerinstinkt.
Dynamo verliert Bälle zu schnell, Hannover bekommt Aufwind
Die SGD wurden hinten reingedrückt, Husseyn Chakroun (54.) glich das Spiel aus, Marcel Hartel (61.) schenkte Dynamo per Foulelfmeter, den Friedrich Müller am Ende einer Fehlerkette verursachte, die Rote Laterne.
"Fakt ist, dass wir die zweite Halbzeit viel zu einfach hergeben. Druckphasen von Hannover entstehen am Ende, weil wir selbst zu schnell den Ball verlieren, zu unsauber sind. Dadurch gerätst du immer wieder in Angriffe. Und die verteidigen wir nicht konsequent", machte Hauptmann klar.
Der Kapitän gab offen zu, dass "wir maximal unzufrieden sind, weil einfach viel mehr drin war heute. Wir hatten den Gegner die erste Halbzeit da, wo wir ihn haben wollten, und bringen ihn selbstverschuldet wieder ins Spiel."
Rossipal hätte nach dem Ausgleich mit seinem Pfostentreffer (55.) fast noch für die erneute schnelle Führung gesorgt. Die Gelb-Rote Karte für Müller (65.) machte die Aufholjagd dann nicht leichter. Auf der Gegenseite gab's aber noch deutlich mehr Chancen.
"Es ist ein Fakt, dass wir zu viel hergeben, zu viel Aufwand betreiben für das, was dann am Ende dabei rauskommt, punktemäßig", monierte "Haupe".
Dynamo-Kapitän Niklas Hauptmann will nicht den Kopf in den Sand stecken
Dynamos Situation erinnert an die Hinrunde vergangene Saison. Mit nur acht Punkten nach zehn Spieltagen ist das Team von Coach Thomas Stamm erneut Schlusslicht, aktuell aber geht es im Keller noch sehr eng zu.
"Wir können die Tabelle lesen, wir sehen, wie viele Punkte wir nach den Spielen jetzt haben", erklärte Hauptmann: "Das ist nicht genug, das ist Fakt. Und trotzdem wissen wir, die Saison ist noch lang. Von daher, so enttäuschend das gerade ist und auch frustrierend, bringt es jetzt ehrlicherweise nichts, den Kopf in den Sand zu stecken."
Titelfoto: Montage: IMAGO/Noah Wedel, Lutz Hentschel

