Dieses Detail über Dynamos neuen Keeper überrascht
Dresden - Da kam einer am Nachmittag gut gelaunt in den Pressekonferenzraum im Dynamo-Trainingszentrum. Elias Bethke ist da! Dresdens neuer Keeper sprühte vor guter Laune, zeigte keinerlei Berührungsängste. Für ihn ist der Sprung zu Dynamo fast eine Flucht nach oben.
Seine schwere Verletzung, Muskel-Sehnenriss im Oberschenkel, im August sorgte dafür, dass er jetzt beim Drittligisten Cottbus hinten dran stand - hinter Marius Funk (30) und Alexander Sebald (29). Als Aufsteiger der letzten Jahre und absoluter Stammhüter überraschte das schon.
Und nun ist er Keeper eines Zweitligisten. Der Fußball schreibt manchmal die verrücktesten Geschichten. Schnelllebige dazu. Denn vor einer Woche wusste er noch nichts von seinem Glück, plötzlich aufzusteigen.
"Mitte letzter Woche kam der Anruf, dann ging es fix. Da haben sich die Vereine geeinigt, dann haben wir uns geeinigt. Am Montagabend bin ich mit dem Zug angereist, hatte nun meinen Medizincheck und jetzt stehe ich hier und darf das Trikot von Dresden tragen", lächelte der 22-Jährige. "Die letzten Tage waren schon ereignisreich."
Das Wichtigste für ihn: Er ist vollständig genesen. "Mir geht's gut, ich durfte voll mittrainieren. Ich darf alles wieder machen", so der Keeper.
Elias Bethke verzichtet freiwillig aufs Auto
Sein Schmerzlevel ist bei null, sagt er selbst. Er geht sogar so weit, dass er es sich zutrauen würde, gleich am Samstag gegen Fürth im Tor zu stehen.
"Ausschließen würde ich nichts. Wenn ich spiele, dann spiele ich", sagt er locker, aber gleichzeitig selbstbewusst. "Wir werden sehen. Ich bin erst kurze Zeit hier, möchte jetzt einfach persönlich die Jungs kennenlernen. Dann wird man sehen, wie es am Samstag abläuft", so der glühende Roller-Fahrer.
Und das wiederum ist selten in diesem Geschäft. Bethke hat kein Auto, hatte noch nie eins und das wird auch so bleiben, deutet er an.
"Ich habe seit vier Jahren einen Führerschein. Aber ich war auch in Cottbus immer mit dem Roller unterwegs, werde mir in Dresden auch eine Wohnung in der Nähe zum Trainingsgelände suchen, damit ich weiter mit dem Roller fahren kann." Und wenn er etwas nicht mit dem Roller erreichen kann, dann nimmt er die Bahn. "Das ist entspannter."
Und genau diesen Eindruck macht er: entspannt. Kann Dynamo nur helfen.
Titelfoto: Lutz Hentschel

