Dynamo-Trainer Markus Anfang zu Gast in der Heimat: Köln sprechen, trinken und fühlen

Dresden - Das erste Kölsche Grundgesetz lautet: "Et hät noch immer jod jejange!" Es ist noch immer gut gegangen. Markus Anfang (48) kennt es natürlich. Ein bisschen trifft es auch auf ihn zu. Am heutigen Samstag muss er in seiner Heimatstadt ran, tritt mit Dynamo Dresden am Sportpark Höhenberg auf den FC Viktoria Köln. Ein besonderes Spiel für ihn. Vor über 30 Jahren war er letztmals vor Ort - mit der "U17" von Bayer 04 Leverkusen.

Dynamo-Trainer Markus Anfang (48) will die perfekte englische Woche feiern. Das würde mit dem dritten Sieg in Folge gelingen.
Dynamo-Trainer Markus Anfang (48) will die perfekte englische Woche feiern. Das würde mit dem dritten Sieg in Folge gelingen.  © Lutz Hentschel

Er kennt und schätzt den Verein. Und er ist vernarrt in die Stadt! In Köln ist er geboren, hat dort seine Kindheit verbracht. Seinen Hauptwohnsitz hat Anfang noch immer da, lebt mit seiner Familie in der Millionenstadt am Rhein.

"Köln kannst du als Kölner fühlen, trinken und sprechen. Kölsch, die Sprache, ist auch etwas Besonderes. Das Gefühl, das Flair kann ein Kölner sehr gut nach empfinden. Das ist meine Heimat, ich liebe diese Stadt. Ich bin hier groß geworden. Meine Kinder sind da groß geworden, sind im Karneval vertreten, tanzen dort. Einfach Heimat", singt der Dynamo-Trainer ein Loblied auf sein Köln.

Wer die Band "BAP" kennt, der weiß, was mit der Kölner Sprache gemeint ist. Schön, um es anzuhören. Schwer, um auch nur irgend etwas zu verstehen. Von verständlichem Deutsch weit entfernt.

Dynamo-Dresden-Coach Markus Anfang will den dritten Sieg in Folge

Was für ein Blick auf den Kölner Dom - dem Wahrzeichen der Millionenstadt am Rhein. Dafür wird Dynamo-Trainer Markus Anfang (48) bei seiner Rückkehr keinen Blick haben.
Was für ein Blick auf den Kölner Dom - dem Wahrzeichen der Millionenstadt am Rhein. Dafür wird Dynamo-Trainer Markus Anfang (48) bei seiner Rückkehr keinen Blick haben.  © IMAGO/Werner Weber

"Wenn ich zu Hause bei meinen Eltern bin, wird fast nur Kölsch gesprochen. Mein Vater kann, glaube ich, gar kein Hochdeutsch. Das hört sich immer komisch an, wenn er das versucht", lacht Anfang.

"Ich kann beides. Man hat da so Eigenarten als Kölner. Einige Fachbegriffe nenne ich nur im Kölsch. Das versteht nicht jeder. Ich schimpfe aber auch gern mal in meinem Dialekt", so der 48-Jährige.

Schimpfen ist ein gutes Stichwort. Das will er am heutigen Samstag natürlich nicht. Er will den dritten Sieg in Folge feiern, denn ein Heimat-Urlaub soll es nicht werden. Im eigenen Bett hat er die zwei Nächte seit der Abfahrt in Dresden nicht geschlafen.

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"Dafür ist kein Raum", sagt Anfang. "Wir bereiten uns auf das Spiel vor. Ich werde alles dafür tun, dass wir das auch sind. Nach der englischen Woche sind zwei Tage frei. Da werde ich mich um meine Familie kümmern", so der Coach.

Heimat-Urlaub wird es also nicht - und ein Spaziergang auch nicht. "Köln hat eine gute Mannschaft und spielt einen guten Fußball. Es kommt nicht von ungefähr, dass Viktoria am Dienstag 4:1 in Essen gewonnen haben", weiß Anfang: "Es wird eine schwierige Aufgabe, aber wir haben jetzt zweimal zu null gespielt. Wir müssen auch in Köln kompakt stehen und gut verteidigen."

Titelfoto: Lutz Hentschel, IMAGO/Werner Weber

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