Dynamo-Strafe ein mildes Urteil? "Höchste Summe seit 20 Jahren!"

Dresden - Kein Geisterspiel, keine Block-Sperre: Dynamo Dresden ist beim DFB-Sportgericht in Frankfurt/Main mit einem blauen Auge davongekommen.

So brannte der K-Block vor dem Spiel am 1. April gegen Schalke. Die Teilstrafe belief sich hier auf 130.000 Euro.
So brannte der K-Block vor dem Spiel am 1. April gegen Schalke. Die Teilstrafe belief sich hier auf 130.000 Euro.  © imago/jmfoto

300.000 Euro muss der Verein für die Pyro-Vorfälle vom 1. April gegen den FC Schalke 04 und in den beiden Relegationsspielen gegen den 1. FC Kaiserslautern vom 20. und 24. bezahlen.

Die Vorfälle wurden von DFB-Richter Stephan Oberholz aufgeschlüsselt: 130.000 Euro für Schalke, 1500 für das Hinspiel auf dem Betzenberg und 155.000 Euro für das Rückspiel.

Oberholz zeigte sich dabei noch gnädig: Wären alle Fackeln aus dem Rückspiel gezählt worden, hätte Dynamo gut und gerne 100.000 Euro mehr bezahlen müssen.

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Eben jene 100.000 kann Dynamo für präventive Maßnahmen einsetzen, der Verband will bis zum 31. Dezember dieses Jahres einen Nachweis.

Da viele zumindest zusätzlich zur Geldstrafe mit der Sperrung des K-Blocks - das stand tatsächlich beim DFB im Raum - gerechnet haben: Ist es ein mildes Urteil? Das will Oberholz nicht so stehen lassen. "Eine Sanktion in dieser Höhe haben wir in den vergangenen 20 Jahren nicht verhängt", erklärte er und bezeichnete die Strafe als "angemessen".

Der Sportrichter merkte aber auch an, dass dieses Urteil die letzte Warnung für die SGD sei. Punktabzüge seien zwar seit Jahren nicht mehr zur Anwendung gekommen, würden aber noch in der Gerichtsbarkeit stehen.

Dynamo Dresden muss insgesamt sogar 378.750 Euro an den DFB zahlen

Schwerwiegender waren die Vorfälle im Rückspiel der Relegation gegen Kaiserslautern. Da wurde Pyro auf den Rasen geworfen: 155.000 Euro Strafe.
Schwerwiegender waren die Vorfälle im Rückspiel der Relegation gegen Kaiserslautern. Da wurde Pyro auf den Rasen geworfen: 155.000 Euro Strafe.  © Lutz Hentschel

Es sei allerdings das allerletzte Mittel. Oberholz ließ durchblicken, dass im Wiederholungsfall ein Zuschauerausschluss drohen würde.

Dynamos Geschäftsführer Jürgen Wehlend (56) war in Frankfurt anwesend: "Dieses Urteil trifft uns in einer – auch durch den sportlichen Zweitliga-Abstieg – ohnehin wirtschaftlich schwierigen Zeit sehr, sehr hart. Es stellt einen tiefen Einschnitt für uns dar", sagte er auf der Dynamo-Homepage.

Er konnte verhindern, dass es zur Block-Sperre kommt. "Dies wäre aus unserer Sicht das falsche Zeichen. Umso wichtiger ist es, dass wir die interne Aufarbeitung und den engen Dialog mit allen beteiligten Parteien fortsetzen, um das notwendige Umdenken zu erreichen. Den vielen Worten müssen jetzt Taten folgen."

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Dynamo hat eine Woche Zeit, dem Urteil zuzustimmen oder Einspruch einzulegen. Die SGD war in der abgelaufenen Saison ohnehin Strafenmeister. Vor der Verhandlung am gestrigen Montag musste der Verein in 2021/22 bereits 78.750 Euro an den DFB überweisen, insgesamt also jetzt 378.750 Euro - das sind mindestens zwei gute Drittligaspieler!

Die Dresdner waren aber bei Weitem nicht der einzige Verein, der finanziell bluten musste: 67.000 Euro muss der SC Freiburg zahlen, 24.000 RB Leipzig - beide für Pyros beim DFB-Pokalfinale - und 15.000 der 1. FC Union Berlin. Auch die Zweitligisten 1. FC Nürnberg (33.125) und Holstein Kiel (24.000) werden zur Kasse gebeten.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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