SGD-Keeper Schreiber angefeindet: "Bleibe bei meinem Weg, ich glaube an ihn"
Dresden - Tim Schreiber (24) war für die meisten Dynamo-Fans der Buhmann beim 1:2 gegen den VfL Bochum. Gerade in den sozialen Netzwerken wurde er massiv angefeindet. Nicht nur kritisiert, was okay ist, er wurde angefeindet. Wie geht er mit seinen 24 Jahren damit um? TAG24 hat mit dem SGD-Keeper gesprochen.
TAG24: Tim, die Sprüche gegen Sie gingen nach der Niederlage teilweise unter die Gürtellinie. Kriegen Sie das mit oder blenden Sie das aus?
Tim Schreiber: "Du, ich würde am Ende lügen, wenn ich sowas nicht mitbekommen würde. Für mich ist es eine Sache von kann ich damit umgehen oder kann ich nicht damit umgehen?
Ich denke, bei Dynamo Dresden, wenn es gut läuft, können viele Torwart sein, wenn es mal nicht so gut läuft, ist es dann schon schnell mal so, dass die Position die erste ist, die negativ angegangen wird.
Dynamo ist emotionaler als alles andere. Aber das wusste ich, als ich hier herkam. Aber du, mir ist es am Ende egal. Ich bleibe bei meinem Weg, ich glaube an ihn. Alles andere, was von außen rumkommt, ist am Ende nur Facebook oder Instagram oder sonst etwas. Das muss dir als Fußballer heutzutage egal sein."
Tim Schreiber über die Szene vom 0:1: "Die Situation kann ich sauberer spielen"
TAG24: Angekreidet wurde Ihnen das 0:1 und der Pass auf Nicolai Rapp...
Schreiber: "Die ganze Situation an sich kann man sauberer spielen. Am Ende, klar, 'Rappo' trifft den Ball nicht. Es ist ärgerlich, aber wie gesagt, wenn 'Rappo' den auf 'Aki' bringt, dann redet keiner über diese Szene.
Fakt ist trotzdem, am Ende kann ich vielleicht den Ball dann noch sauberer spielen und das ist dann auch ein Prozess. Es geht besser, und ich bin auch jemand, der das klipp und klar sieht, der keine Ausreden irgendwie in den Mund nimmt oder sonst was.
Es ist eine bittere Szene, aber ja, ihr kennt mich ja auch schon eine Weile. Ich renne vor solchen Dingen auch nicht weg."
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Dem Dynamo-Keeper waren vor seinem Wechsel die emotionalen Ausschläge im Club bewusst
TAG24: Diese emotionalen Ausschläge, die Sie angesprochen haben, zwischen Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt, ist das was, was man im Kauf nehmen muss, worüber man sich im Klaren sein muss, wenn man zu Dynamo geht?
Schreiber: "Ja, einerseits, wenn es positiv läuft, wirst du schnell mal in den Himmel gelobt. Andererseits kannst du eben halt genau so schnell in den Keller fallen.
Mir war das vorher vor meinem Wechsel auch schon bewusst. Ich kenne auch noch die Zeiten von Benni Kirsten oder von Marvin Schwäbe. Da war auch nicht alles sonnig.
Da muss jeder Torhüter mal durch, vor allen Dingen, wenn er eben halt hier spielen will. Wie gesagt, es war für mich nie ein Thema. Es war für mich auch nie ein Problem. Ich stehe da auch mit vollem Gesicht davor."
Titelfoto: Lutz Hentschel

