Dynamo-Torschütze Daferner erlebt große Pokal-Emotionen: "Habe ich nicht erwartet nach Sonntag"
Dresden - "Christoph Daferner, Fußballgott!" - Die Dynamo-Fans feierten ihren Torschützen zum 2:0 im DFB-Pokal gegen Schalke 04. Wohl keinem im weiten Rund gönnte man den Treffer mehr als ihm. Gerade nach Sonntag in Kiel, als der 28-Jährige beim Stand von 0:3 eingewechselt wurde und 21 Sekunden später Schluss war.
"Ich habe es nicht erwartet nach Sonntag", gab er ehrlich zu. Er sagte seine Sätze gewohnt ruhig, wählte die Worte mit Bedacht. Aber man konnte ihm ansehen, es tat ihm richtig gut.
Er schimpfte nicht auf den Trainer, weil er in dieser Saison noch nicht so oft spielte, er schimpfte auf keinen. Er sprach die bitteren Sekunden von Kiel überhaupt nicht an.
"Es lohnt sich einfach, dranzubleiben. Bei Stürmern gibt es oft nur schwarz oder weiß. Man weiß: Irgendwann wird der Lohn auch wieder zurückkommen. Und es war halt so ein Moment", freute sich Daferner.
"Ja, jetzt kam mal der Lohn wieder zurück. Aber wie gesagt, es ist trotzdem eine Mannschaftssportart", sagte er, lachte, schnaufte noch einmal durch und ergänzte: "Ja, ich musste zurückstecken in den letzten Monaten." Jetzt ist der Ballast erst einmal weg.
Nach dem Tor brechen bei Christoph Daferner alle Dämme
Als Miesepeter ist Daferner nie aufgetreten in der Zeit, er hat sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt. Er hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Umso besser tat ihm der Treffer. Nach einem Eckball von Alex Rossipal (30) hat er sich hochgeschraubt und mit Vehemenz eingeköpft.
Sein Jubel nach dem Treffer sagte alles. Wie losgelöst rannte er los, die Fans tobten, flippten mit ihm aus. Es war einfach genial anzusehen. Sie schrien seinen Namen.
"Das war schon sehr emotional. Ich habe auch gemerkt, dass sich sehr viele Leute gefreut haben für mich. Und von dem her ein schöner Moment auf jeden Fall. Das waren Emotionen, die, glaube ich, einem nur der Fußball so geben kann. Ich bin sehr zufrieden", strahlte er. Konnte er sein.
Titelfoto: Bildmontage: Lutz Hentschel
