Schon 330 Gigabyte Material: Super-Recognizer sollen nach Ausschreitungen bei Dynamo helfen
Dresden - Nach den schweren Ausschreitungen beim Zweitligaspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC hat die Polizeidirektion Dresden eine Ermittlungsgruppe ins Leben gerufen. Sie hört auf den treffenden Namen "Fahne".
Die 14 Beamte der Ermittlungsgruppe werden unterstützt von der Berliner Polizei.
"Aufgabe der gemeinsamen Ermittlungsgruppe ist es, die Abläufe der Ausschreitungen zu erhellen und die Tatverdächtigen für ihr Handeln zur Rechenschaft zu ziehen", erklärte Lutz Rodig (62), Leiter der Polizeidirektion Dresden.
Um die Gewalttäter aus Dresden zu identifizieren, setze man unter anderem auf die Fähigkeiten sogenannter Super-Recognizer. Schon jetzt hat die Ermittlungsgruppe "Fahne" rund 330 Gigabyte an Videomaterial sichergestellt, das bereits von Kriminalisten ausgewertet wird.
Bisher sind der Dresdner Polizei zufolge 19 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, im Fokus stünden schwerer Landfriedensbruch, Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen und Beleidigungen.
Am Samstagabend war es im Rudolf-Harbig-Stadion zu skandalösen Szenen gekommen, als sowohl Ultras von Hertha BSC als auch von Dynamo Dresden in den Stadion-Innenraum eingedrungen waren. Dort bewarfen sie sich gegenseitig mit Pyrotechnik, es kam zu körperlichen Auseinandersetzungen.
Polizei Dresden setzt auf Hinweisportal für Videos und Fotos
Die Partie stand auf der Kippe und konnte erst nach rund 20 Minuten Unterbrechung fortgesetzt werden.
Man werde die Ermittlungen konsequent vorantreiben, betonte Rodig: "Bei der Identifizierung der Täter aus dem Umfeld von Hertha BSC zählen wir auch auf unsere Kollegen aus Berlin."
Im Rahmen der Ermittlungen sucht die Polizei weiter nach Zeugen. Wer die Ausschreitungen festgehalten hat, kann auf dem eingerichteten Hinweisportal der Polizei Video- und Bildmaterial zur Verfügung stellen.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / Jan Huebner , dpa/Sebastian Kahnert
