Nürnberg - An sein vorletztes Spiel in Nürnberg konnte Ben Bobzien (23) noch mit richtig guter Laune zurückdenken. "Letztes Mal dort haben wir die drei Punkte mitgenommen, ich habe ein Tor geschossen, deswegen kann man sagen, ich habe gute Erinnerungen", befand Dynamo Dresdens Außenbahnspieler noch vor der Auftaktniederlage.
"Letztes Mal, als ich die gelbe Wand gesehen habe, das war schon wirklich besonders. Ich hoffe, diesmal können wir auch den Fans einen Sieg schenken und so ein Erlebnis. Dafür geben wir unser Bestes", war Bobziens Wunsch.
Lief bekanntlich nicht so gut, auch weil er eine überragende Szene aus der Vorsaison nicht wiederholen konnte. In Minute 16 wurde der Sprinter nach einem Nürnberger Eckball auf die Reise geschickt - ähnlich wie im April, als er mit unwiderstehlichem Tempo zum 2:0-Sieg traf.
Dieses Mal gab's aber keinen lauten Jubel der rund 7000 mitgereisten Dresdner Fans. Denn an dieser Szene zeigte sich exemplarisch die physische Unterlegenheit der SGD. Bobzien wurde noch auf Höhe der Mittellinie abgefangen, ging beim fairen Körpereinsatz zu Boden.
Auch sonst gelang dem 23-jährigen Neuzugang vom FSV Mainz 05 nicht viel.
Gegen den 1. FC Nürnberg kam bei Ben Bobzien wenig zusammen
Er kam kaum in seine gefährlichen Dribblings, einen Abschluss gab's erst recht nicht. Dabei sorgte doch gerade seine Verpflichtung für einiges an Euphorie im Dynamo-Fanlager.
"Natürlich, viele gucken auf die Statistiken letzte Saison. Tore sind richtig wichtig. Aber ich glaube, es definiert auch was anderes einen Spieler. Deswegen beharre ich jetzt nicht so darauf, die Anzahl an Toren zu schießen. Ich will eher, dass wir erfolgreich als Team spielen."
In dieser Woche muss vom Außen-Angreifer aber wohl eher eine andere Eigenschaft zum Tragen kommen. Er gilt als Spaßvogel im Team. Genau dieser Spaß wird auch im Dynamo-Spiel noch gebraucht.
"Natürlich mache ich ab und zu mal einen Spaß. Aber das, was in der Kabine passiert, soll auch in der Kabine bleiben", erklärte er auf seine Rolle angesprochen und scherzte: "Deswegen werde ich nicht verraten, auf wen ich immer gehe. Ich versuche einfach, den ein oder anderen Spaß einzubauen."