"Identität bewahren": Kutschke soll bei Dynamo bleiben

Dresden - Geht es nach den Ultras, dann muss Stefan Kutschke (35) bei Dynamo Dresden bleiben. Die aktive Fanszene widmete dem Stürmer beim Heimsieg gegen den MSV Duisburg ein großes Spruchband - mit einer klaren Forderung an die Vereinsführung.

Nach seinem 14. Saisontor jubelte Stefan Kutschke (35, l.) mehr nach innen.
Nach seinem 14. Saisontor jubelte Stefan Kutschke (35, l.) mehr nach innen.  © DPA/Robert Michael

"Identität bewahren - Kutschke verlängern!!!", stand darauf quer vor dem K-Block geschrieben, begleitet von lauten "Stefan Kutschke"-Rufen.

Der Vertrag des Stürmers läuft zum Ende der Saison aus. Bei einem Aufstieg in die 2. Bundesliga hätte er sich automatisch um ein weiteres Jahr verlängert.

Dynamos Kapitän - inzwischen immerhin 35 Jahre alt - lieferte in dieser Saison jede Menge Argumente für, aber auch einige gegen eine Weiterbeschäftigung.

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Gleich 14 Argumente lieferte "Kutsche" ins gegnerische Netz - Platz sechs in der Torjägerliste der 3. Liga. Kein Dresdner hat auch nur annähernd so oft getroffen. Viermal traf er in seinen 37 Spielen vom Punkt. Niklas Hauptmann (27) und Jakob Lemmer (24, jeweils sieben Tore) kommen in der internen Liste auf Platz zwei und drei.

Kutschke ist ein Leader, kann seine Spieler mitreisen und auf dem Platz auch mal ein Zeichen setzen.

Nach 30 Minuten entrollten Dynamo Dresdens Fans das Banner

Gegen Duisburg zeigte Stefan Kutschke, wie wichtig er für Dynamo Dresden ist

Mit Brummschädel musste Stefan Kutschke (35, M.) ausgewechselt werden.
Mit Brummschädel musste Stefan Kutschke (35, M.) ausgewechselt werden.  © Lutz Hentschel

Doch das sind zwei Punkte, die sich auch schnell ins Negative drehen können, wenn man es übertreibt und sich zu sehr in Privatduellen auf dem Platz verliert.

So wie es auch beim Stürmer in dieser Saison allzu oft passierte. Der Fokus geht verloren, Mitspieler können auf Durchzug schalten.

Wie wichtig der 35-Jährige aber noch sein kann, zeigte er bei seinem Tor zum zwischenzeitlichen 3:0 in Duisburg.

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In der 27. Minute rauschte er beim Kopfballversuch mit Duisburg-Keeper Maximilian Braune (20) zusammen, machte dann aber in der 38. mit Schädelbrummen das Tor. Drei Minuten später musste er runter. Besser kann man den Kämpfer nicht beschreiben.

"Der Arzt hat mir gesagt, wir sollen ihn lieber auswechseln, weil er sich noch ein paar Mal an den Kopf gegriffen hat. Warum sollen wir dann ein Risiko eingehen? Jetzt ist er aber schon wieder guten Mutes. 'Kutsche' ist ein harter Hund", versuchte es Interimscoach Heiko Scholz (58).

Trotz der mehrfachen Morddrohungen gegen ihn und seine Familie stellte sich der Kapitän in den Dienst der Mannschaft, machte wichtige Tore wie in Regensburg. Gleichzeitig zeigte er aber auch des Öfteren Nerven.

Kutschke würde einer jungen Mannschaft sicherlich auch in der nächsten Saison guttun. Ob als Mittelstürmer Nummer eins, oder hinter einem neuen Torjäger, steht auf einem anderen Papier.

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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