Wasserschlacht von Saarbrücken: Spielabbruch bei Dynamo!

Saarbrücken - Auf die Idee hätte man auch vor dem Anpfiff kommen können. Die Partie zwischen dem 1. FC Saarbrücken und Dynamo Dresden wurde in der Halbzeitpause beim Stand von 0:0 abgebrochen. Grund war die Unbespielbarkeit des Platzes. Das war er aber schon vor der Partie. Für Dresden heißt es: Außer Spesen nichts gewesen, die SGD muss nochmal ins Saarland.

Paul Will und Patrick Sontheimer kämpfen um den Ball und mit irregulären Platzverhältnissen.
Paul Will und Patrick Sontheimer kämpfen um den Ball und mit irregulären Platzverhältnissen.  © Imago / Fußballnews Saarland

Schon am Freitag stand die Partie vor der Absage, weil es regnete. Zunächst gab die Platzkommission grünes Licht, doch es regnete weiter. Auch am Samstag und Sonntag. Schiedsrichter Arne Aarnink (38) entschied gegen 10 Uhr in einer Phase ohne Regen, dass gespielt werden kann.

Allerdings machte er die Platzbegehung ohne Ball. Er schaute nicht, ob das Leder auf dem Rasen überhaupt ordentlich rollt. Ein Unding! Doch dann öffnete erneut Petrus seine Schleusen und ließ alles raus, was nur ging.

Beim Warmmachen beider Mannschaften im strömenden Regen war zu erkennen, das wird irregulär. Das hat nichts mit Fußball zu tun.

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Der Rasen stand komplett unter Wasser, der Ball blieb entweder liegen oder sprang weg, je nachdem, wie tief die Pfütze war. Für den Schiedsrichter war zudem schwer zu erkennen, war es ein normaler Zweikampf oder ein Foul?

"Um 10 Uhr war es regenfrei, da war der Rasen bespielbar. Das war auch 90 Minuten vor dem Spiel noch vor der Fall. Die ersten Minuten waren noch ok, dann aber nicht mehr", so der Schiri. Die Sicht verwundert, dann bereits nach 30 Sekunden war zu sehen: Das funktioniert nicht. "Es war kein regulärer Ablauf mehr möglich", sah der Bochumer zur Pause ein. "Der Ball ist nicht mehr gerollt, das war Zufall. Durch die Zweikämpfe war mir auch die Verletzungsgefahr zu groß."

Schon am Dienstag muss Dynamo im Sachsenpokal ran

Das Schiedsrichtergespann und Verantwortliche beider Vereine begutachteten den Rasen in der Halbzeit. Am Ende entschied sich der Schiedsrichter für Abbruch!
Das Schiedsrichtergespann und Verantwortliche beider Vereine begutachteten den Rasen in der Halbzeit. Am Ende entschied sich der Schiedsrichter für Abbruch!  © IMAGO / Fussball-News Saarland

"Ich habe so etwas das letzte Mal in der DDR-Oberliga gesehen, da habe ich selbst noch gespielt. Jetzt aber noch nicht wieder", sagte Dynamo-Berater Ulf Kirsten zur Pause.

Zwar hatte Saarbrücken in den absolvierten 45 Minuten mehr vom Spiel, die besseren Chancen hätte Dresden haben können, doch die Pfützen hatten Panagiotis Vlachodimos zweimal nass gemacht.

Zur Pause zog Aarnink dann die Reißleine. Er wartete noch rund 30 Minuten ab, ob der Regen aufhört und ob die Drainage die Wassermengen schlucken kann. Beides war nicht der Fall. Kurz vor 15 Uhr gab er bekannt: Abbruch. Wann die Partie nachgeholt werden kann, steht noch in den Sternen.

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"Wir akzeptieren diese Entscheidung", kommentierte Dresdens Sportdirektor Ralf Becker. "Ich hatte das mal in Österreich. Da ist nach 30 Minuten abgebrochen worden, wegen Schneetreibens. Nächsten Tag ging es mit Einwurf weiter. Das war eine besondere Situation. Ich dachte, das habe ich nur einmal erlebt, aber es kommt doch noch einmal", zog Trainer Markus Anfang die Augenbrauen hoch.

Schlechte Laune sah man bei den Dresdnern allerdings nicht so recht. Sie feierten mit den gut 2000 mitgereisten Fans nach Abbruch des Spiels. "Wir hätten gern normal Fußball gespielt, das war ein Glücksspiel. Das wäre auch in der zweiten Hälfte kein normales Spiel geworden. Daher ist der Abbruch richtig", so Panagiotis Vlachodimos. Nun muss er mit seinen Mannen noch einmal nach Saarbrücken. "Es ist ärgerlich. Aber ich komme lieber nochmal her und habe normale Verhältnisse." Ein Fußball- und kein Wasserspiel.

Dresden spielt im Landespokal am Dienstag in Niesky, Saarbrücken am Mittwoch im DFB-Pokal (wenn) gegen den FC Bayern München. Am 28. November hat der 1. FCS seinen Nachholer gegen Duisburg. Das Zeitfenster ist also eng gesteckt.

Originalfassung vom 29. Oktober, 15.04 Uhr, aktualisiert um 18.06 Uhr.

Titelfoto: Imago / Fußballnews Saarland

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