Bärendienst für Löwen! Frey tritt zu, fliegt und kostet 1860 gegen Ulm das Spiel

München - Die Serie der Löwen ist gegen den neuen Tabellenzweiten gerissen! Der TSV 1860 München hat gegen den SSV Ulm mit einem Mann weniger eine 0:1 (0:0)-Niederlage kassiert. Für die Sechzger war es die erste Pleite in diesem Jahr.

Marlon Frey nahm seinem TSV 1860 München gegen den SSV Ulm mit einem unnötigen Platzverweis in Halbzeit zwei den Wind aus den Segeln.
Marlon Frey nahm seinem TSV 1860 München gegen den SSV Ulm mit einem unnötigen Platzverweis in Halbzeit zwei den Wind aus den Segeln.  © imago/foto2press

Dem späten und richtig bitteren Knockout durch Lucas Röser in der Nachspielzeit war knapp eine halbe Stunde zuvor ein völlig unnötiger Platzverweis von Marlon Frey vorausgegangen. Jener dürfte die Truppe von Argirios Giannikis wahrscheinlich ein besseres Resultat und so zugleich wichtige Zähler gegen die klar favorisierten Ulmer gekostet haben.

Zu einem entscheidenden Zeitpunkt der Partie, an dem die Hausherren diese komplett im Griff hatten, war der Mittelfeldspieler in der 64. Minute nach einem Einsteigen nahe der Seitenauslinie mit glatt Rot vom Spielfeld geflogen - ein echter Bärendienst!

Die Gästeakteure, welche über weite Strecken des Spiels erschreckend schwach agiert hatten, konnten durch die Überzahl bei bestem Fußballwetter vor 15.000 Fans im Grünwalder Stadion am 28. Spieltag überhaupt erst wieder zurück in das Spiel finden.

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TSV 1860 München "Marketing-Gag, um die Ultras glücklich zu machen": Machtkampf bei den Löwen tobt!

Das hätte fairerweise allerdings bereits deutlich früher der Fall sein können. Denn Kaan Kurt, der erst wenige Minuten vor Anpfiff für den über Unwohlsein klagenden Kilian Ludewig in die Startelf gerückt war und schon in der 10. Minute Gelb gesehen hatte, hatte am eigenen Strafraum gegen Romario Rösch beherzt zugelangt und seinen Gegenspieler am Trikot gezogen.

Schiedsrichter Tom Bauer entschied zwar auf Foulspiel, verzichtete allerdings überraschend auf Gelb-Rot. Glück für die Löwen! Für Kurt war der Arbeitstag kurz danach dennoch beendet, Giannikis reagierte und brachte Fabian Greilinger.

Kaan Kurt (l.) vom TSV 1860 München hätte nach diesem Foulspiel gegen den SSV Ulm eigentlich vom Feld fliegen müssen.
Kaan Kurt (l.) vom TSV 1860 München hätte nach diesem Foulspiel gegen den SSV Ulm eigentlich vom Feld fliegen müssen.  © imago/foto2press

TSV 1860 München verliert in Unterzahl gegen den SSV Ulm: Kampf wird am Ende nicht belohnt

Weniger glücklich waren die Fans der Sechzger am anderen Ende des Spielfeldes mit Bauer, weil dieser einen Treffer von Jesper Verlaat nach einem Eckball von der rechten Seite zurückgepfiffen hatte (18. Minute). Der Unparteiische hatte zuvor ein Foul von Mansour Ouro-Tagba an Tom Gaal gesehen. Es war eine Entscheidung der Marke "kann man pfeifen, muss man jedoch nicht".

Letztendlich verstanden es die Löwen in der Schlussphase trotz der Unterzahl stark zu verteidigen - zumindest bis zur Nachspielzeit. Fünf Siegen und drei Remis steht nun nach neun Pflichtspielen im Jahr 2024 die erste Pleite gegenüber.

Statistik zum Spiel zwischen dem TSV 1860 München und dem SSV Ulm

3. Liga, 28. Spieltag

TSV 1860 München - SSV Ulm 0:1 (0:0)

TSV 1860 München: Hiller - Kurt, Verlaat, Glück, Kwadwo - Rieder, Frey, Schröter, Nankishi (82. Steinhart) - Ouro-Tagba (82. Zwarts), Lakenmacher (67. Starke)

SSV Ulm: Ortag - Gaal, Reichert, Strompf - Allgeier, Brandt, Maier, Rösch (78. Stoll) - Chessa (78. Jann), Higl (78. Kastanaras), Scienza

Schiedsrichter: Tom Bauer (Mainz)

Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Röser (90.+3)

Gelbe Karten: Kurt (3), Nankishi (2) / Rösch (8), Strompf (5), Nicolas Jann (3)

Rote Karte: Frey (1)

Titelfoto: imago/foto2press

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