"Ich wurde 400 Mal vergewaltigt": Tennis-Star ging durch die Hölle

Paris (Frankreich) - Der französische Tennisspielerin Angelique Cauchy (36) hat enthüllt, dass sie von ihrem Trainer seit ihrem zwölften Lebensjahr vergewaltigt wurde. Dieser redete ihr sogar ein, sie hätte AIDS.

Angelique Cauchy (36) erzählte tapfer vor der französischen Nationalversammlung über ihre persönliche Hölle, die sie durchleben musste.
Angelique Cauchy (36) erzählte tapfer vor der französischen Nationalversammlung über ihre persönliche Hölle, die sie durchleben musste.  © Screenshot/Youtube/Le Parisien

Der Mann war Andrew Gueddes (55). Dieser wurde bereits im Jahr 2021 wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung von vier jungen Mädchen zu 18 Jahre Knast verurteilt.

Cauchy begann 1999 in einem Pariser Tennisclub ihre Sportlaufbahn mit gerade mal zwölf Jahren. Dort traf sie auf Gueddes.

Innerhalb weniger Monate begannen die Misshandlungen. Der Trainer soll dem kleinen Mädchen gesagt haben: "Weißt du, das passiert manchmal in Beziehungen zwischen Trainer und Schülerin, wir verbringen viel Zeit miteinander, das ist normal."

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Eine perverse Form der Manipulation von Schutzbefohlenen!

Angelique Cauchy: "Dachte, ich hätte AIDS"

Die französische Regierung möchte untersuchen, was im Sportsystem schiefläuft und verbessert werden kann, damit solche Horror-Geschichten nicht mehr passieren können. (Symbolbild)
Die französische Regierung möchte untersuchen, was im Sportsystem schiefläuft und verbessert werden kann, damit solche Horror-Geschichten nicht mehr passieren können. (Symbolbild)  © 123RF/loft39studio

Angelique Cauchy schätzt, dass sie mindestens 400 Mal vergewaltigt worden ist.

Besonders brutal verlief der Missbrauch während eines zweiwöchigen Trainingslagers im Westen Frankreich. "Er hat mich dreimal am Tag vergewaltigt. In der ersten Nacht bat er mich, in sein Zimmer zu gehen, und ich tat es nicht, dann kam er in meins. Es war schlimmer. Ich war im Gefängnis und konnte nicht raus, wenn ich wollte."

"Ich habe oft darüber nachgedacht, Selbstmord zu begehen", sagt die 36-Jährige vor einer offiziellen und erschütternden Anhörung der französischen Nationalversammlung in Paris Anfang September.

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Grund für die Anhörung war das nationale Interesse Frankreichs, warum und wie es passieren konnte, dass so viele Jahre junge Mädchen unter einem Tyrannen zu leiden hatten, der scheinbar gedeckt wurde.

Denn offenbar wurde der Präsident ihres Tennis-Vereins über einige Vorfälle informiert. "Ja, aber er bringt uns Titel", soll er Le Parisien zufolge einmal über den Trainer erwidert haben.

Als wäre das nicht alles schon Horror genug, redete ihr Vergewaltiger auch noch ein, dass sie AIDS habe.

"Ich war zwischen 13 und 18 Jahre alt und dachte, ich hätte AIDS", sagte Cauchy.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: Bildmontage: 123rf/loft39studio, Screenshot/Youtube/Le Parisien

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