Von Robert Semmler, Christian Johner, Jonas Reihl
Birmingham - Obwohl er sich 800 Meter vor dem Ziel nur im hinteren Läuferfeld befand, konnte sich der Dresdner Karl Bebendorf (30) mit einer wilden Aufholjagd am Sonntagabend im 3000-Meter-Hürdenlauffinale der Leichtathletik-EM noch Platz Drei sichern. Teamkollege Frederik Ruppert (29) holte sich derweil die Goldmedaille.
Der Tübinger ist erstmals Europameister über 3000 Meter Hindernis. Der 29-Jährige siegte im Finale in Birmingham in 8:25,33 Minuten und feierte den größten Erfolg seiner Karriere. "Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen", erklärte er im Anschluss an das Rennen.
Das deutsche Traumergebnis machte Karl Bebendorf als Dritter (8:26,65 Minuten) perfekt. Schon bei der letzten EM in Rom holte er sich Bronze. Damals wurde Ruppert Vierter. Es war sein bestes Ergebnis bei einer Großveranstaltung bis zum Gold-Rennen von Birmingham.
Zweiter wurde der Luxemburger Ruben Querinjean (24).
Ruppert ist der erste deutsche Europameister über die Hindernisse seit Damian Kallabis 1998 in Budapest.
Während Ruppert einen Start-Ziel-Sieg bejubelte, gelang Bebendorf mit einem famosen Finish noch der Sprung aufs Podium. Niklas Buchholz kam als drittbester Deutscher auf den neunten Rang.
Ruppert knackte im Mai den Europarekord
Ruppert hatte in dieser Saison schon früh für Furore gesorgt, als er Ende Mai im marokkanischen Rabat den Europarekord auf 7:57,80 Minuten drückte und über 5.000 Meter unter 13 Minuten blieb. Auf seiner Nebenstrecke holte sich Ruppert Ende Juli den deutschen Meistertitel und bezwang dabei sogar den EM-Zweiten Florian Bremm.
Und auch Bebendorf verwirklichte seine Medaillenträume. Immerhin war er hinter Ruppert mit einer Zeit von 8:05,55 als zweitbester Europäer dieses Jahres nach Birmingham gereist.