Bürger sollen über Olympia-Bewerbung entscheiden: Jetzt gibt's Gegenwind der Naturschützer

Von Bettina Grönewald

Düsseldorf - Die Bürger haben aus Sicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) keine sachliche Grundlage für einen Bürgerentscheid pro oder kontra Olympische Spiele in Nordrhein-Westfalen

Ein Bürgerentscheid soll über die Bewerbung der Region "KölnRheinRuhr" für die Olympischen Sommerspiele entscheiden.
Ein Bürgerentscheid soll über die Bewerbung der Region "KölnRheinRuhr" für die Olympischen Sommerspiele entscheiden.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Die Menschen sollten über ein Mega-Event in der Region "KölnRheinRuhr" entscheiden, ohne dass wesentliche Fakten bekannt seien, kritisierte der Landesvorsitzende Holger Sticht (54). "Weder die ökologischen Folgen noch die finanziellen Risiken liegen transparent auf dem Tisch." 

Eine Umweltprüfung sei zwingend erforderlich. Auswirkungen von Bau- und Sanierungsmaßnahmen, zusätzlichen Verkehrsströmen sowie Millionen von Besuchern müssten systematisch erfasst, bewertet und öffentlich gemacht werden.

"Bislang wird Nachhaltigkeit behauptet, aber nicht belegt", stellte Sticht fest. Neue Projekte "auf der grünen Wiese" mit weiterem Flächenverbrauch dürfe es nicht mehr geben.

Der Deutsche Olympische Sportbund will im Herbst den deutschen Kandidaten für eine Olympia- und Paralympics-Bewerbung für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 bestimmen. Neben der Region "KölnRheinRuhr" hegen auch Hamburg, München und Berlin Hoffnungen. 

Die Idee berge auch erhebliche wirtschaftliche Risiken, warnte der BUND: "Bis heute liegt keine belastbare Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vor."

Es sei völlig unklar, wie die ohnehin angespannten Haushalte der Kommunen die Kosten tragen sollten. Weitere Kürzungen bei Klima- und Naturschutz, Kultur und Sozialem könnten die Folge sein. Solche Informationen seien jedoch zentral, damit die Bürger eine fundierte Entscheidung treffen könnten.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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