Von Patrick Reichardt
Leipzig - Der Deutsche Judo-Bund hat die Aussagen von Akaki Japaridze (24) nach dessen Prügelattacke auf Timo Cavelius (29) mit deutlichen Worten verurteilt.
Man sei "fassungslos über das Statement" des Georgiers sowie "über die Zusprüche und Befürwortungen, die dieser Beitrag, teilweise auch von angesehenen internationalen Judo-Stars, erhalten hat".
Der 24 Jahre alte Japaridze vom JC Leipzig hatte den für den TSV Abensberg kämpfenden Cavelius krankenhausreif geprügelt und ihm den Kiefer gebrochen. Warum es zu diesem Ausraster kam, hatte der Georgier via Instagram zu erklären versucht.
Er wolle klarstellen, so schrieb er, dass dieser Vorfall "nicht das Ergebnis von Emotionen" gewesen sei, die durch die sportliche Niederlage ausgelöst wurden, sondern durch "ehrverletzendes Verhalten des Gegners mir gegenüber, sowohl verbal als auch durch Gesten."
Vom Deutschen Judo-Bund hieß es dazu: "Eine Relativierung oder gar Verteidigung dieser schwerwiegenden Körperverletzung ist für uns nicht tolerierbar und mit den Grundprinzipien unseres Sports unvereinbar."
Der nationale Verband stellte klar, dass die Prügelattacke weder mit dem Verhältnis der Vereine noch mit dem Verhältnis der beiden Nationen zu tun habe. "Wir reden hier nicht von einem emotionalen Gerangel oder einer verständlichen Eskalationsstufe nach einer vermeintlichen Provokation. Dies war ein massiver Übergriff, der das Risiko schwerster körperlicher Verletzungen in sich trug", schrieb der Deutsche Judo-Bund.
Timo Cavelius "auf dem Weg der Genesung"
Cavelius, der nach dem Vorfall am vergangenen Samstag in der Leipziger Universitätsklinik sofort operiert wurde und seinen Kiefer mit drei Platten fixieren ließ, muss nun noch zehn bis zwölf Wochen warten, bis er wieder kämpfen kann.
"Ich bin auf dem Weg der Genesung", sagte Cavelius der dpa. Rückblickend meinte er: "Selbst wenn mein Jubel bei Akaki Japaridze negative Emotionen ausgelöst haben sollte, kann dies einen solchen Gewaltexzess weder erklären noch rechtfertigen. Ich habe ihn weder verbal beleidigt noch körperlich angegriffen."