Segelsportkrimi im Südatlantik: Boris Herrmanns Team knapp an der Spitze beim "Ocean Race"

Kapstadt – Die Schlussphase der zweiten Etappe im Ocean Race wird zum Segelsportkrimi. Nach mehr als 6000 zurückgelegten Seemeilen strebten die vier besten Boote einen Tag vor dem Sonntag-Showdown Bug an Bug Kapstadt entgegen. Am Samstagnachmittag hatte sich nach ständigen Führungswechseln Boris Herrmanns (41) Team Malizia in leichten Winden wieder an die Spitze vorgearbeitet.

An Bord der "Malizia Seaexplorer" wird jeder Windzug ausgenutzt.
An Bord der "Malizia Seaexplorer" wird jeder Windzug ausgenutzt.  © Antoine Auriol/Team Malizia/dpa

Es folgten das US-Team "11th Hour Racing", das Schweizer Team "Holcim – PRB" mit Susann Beucke (31) aus Strande und das französische Team "Biotherm".

Team "Guyot" mit dem Berliner Skipper Robert Stanjek (41) hat seinen großen Rückstand von bis zu 530 Seemeilen auf 67 Seemeilen drücken können.

"Es ist unglaublich, wie eng es ist! Wir mussten alle unsere Strategie wählen, um durch den leichten Wind zu kommen. Wir haben unsere gewählt, die sich etwas von den anderen unterscheidet", sagte "Malizia Seaexplorer"- Skipper Will Harris der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.

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"Das kann bedeuten, dass wir die richtige Strategie gewählt haben und gewinnen. Oder es kann bedeuten, dass wir die falsche Strategie gewählt haben und das Rennen verlieren." Harris bezieht sich auf Team Malizias südwestlichste Positionierung innerhalb der Flotte.

Die Nervenschlacht im Südatlantik hält an. "Es ist im Moment sehr nervenaufreibend. Wir versuchen, jedes bisschen Geschwindigkeit aus dem Boot herauszuholen", so Harris.

Ocean Race: Am Sonntag werden die ersten Boote im Ziel erwartet

Auch auf den anderen Booten wird um jeden Meter gerungen. "Holcim – PRB"-Skipper Kevin Escoffier (42) sagte: "Bei Top Gun würde man das als 'Nahkampf' bezeichnen."

Die Olympia-Zweite Susann Beucke, die bei ihrer Ocean-Race-Premiere für Team "Holcim – PRB" segelt, sagte in der spannenden Schlussphase: "Ich bin es vom olympischen Segeln gewöhnt, dass es bis zum Zieldurchgang spannend bleibt. Das macht es spannender."

Die Veranstalter erwarten die ersten Boote am Sonntagvormittag im Ziel.

Titelfoto: Antoine Auriol/Team Malizia/dpa

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