Dresden - Mit viel Applaus und Lärm liefen die DSC-Girls am Samstagabend in der Cyberport Arena ein, wenige Minuten später wurde es aber bedrückend still: Mit einer Schweigeminute gedachten der Verein und alle Menschen in der Halle dem am 11. Oktober verstorbenen Wolfgang Söllner (†67), der als Vorstandsboss der Volleyball-Abteilung den DSC über Jahrzehnte entscheidend geprägt hatte.
Während Geschäftsführerin Sandra Zimmermann (39) sichtlich bewegt letzte Worte an Söllner richtete, hielten sich Trainer Alexander Waibl (58), die Marketingverantwortliche Beatrice Dömeland (53) sowie weitere Wegbegleiter in den Armen.
"Lieber Wolfgang, wir sind unendlich dankbar für alles, was Du für die DSCVOLLEYs und den Dresdner Sportclub bewegt hast, Du wirst uns fehlen. Sehr. Und Du wirst immer ein Teil von uns bleiben. Mach's gut, lieber Wolfgang", sagte Zimmermann.
Einige Tränen kullerten, bevor das Team Wolfgang in einem würdigen Rahmen den ersten Heimsieg der Saison widmete. Mit 3:0 (25:22, 25:16, 25:17) setzte sich die Mannschaft gegen die Binder Blaubären TSV Flacht vor 2220 Zuschauern durch.
Dabei feierte die neue Libera des DSC, Katerina Georgiadis, die aufgrund der Verletzung von Patricia Nestler verpflichtet wurde, sofort ihr Debüt. Auch Raeven Chase und Morgan Geddes, die zuletzt wenig bis gar keine Spielzeit hatten, standen in der Startformation.
Der DSC kommt immer besser ins Rollen
Nach einem ersten Satz, in dem die Gastgeberinnen in der neuen Formation noch ein paar "wilde" Dinge gemacht hatten, wie es Trainer Alexander Waibl nach dem Spiel beschrieb, fand das Team immer besser in die Partie und zu seinem Rhythmus.
Mit einer starken Präsenz im Block, guten Angriffen und auch sehenswerten Abwehraktionen der neuen Libera ließ der DSC schon ab Mitte des zweiten Satzes dem Gegner kaum eine Chance.
Zwar unterliefen der Mannschaft in Summe noch einige Eigenfehler, dem gegenüber stand aber im dritten Durchgang eine tolle Aufschlagserie von Zuspielerin Sarah Straube, die den Weg zum ersten Heimdreier ebnete. Ein Block von Chase machte das 3:0 und damit den erfolgreichen Gruß an Wolfgang Söllner perfekt.
"Es war eine tolle Geste, diese Schweigeminute durchzuführen und ihn in diesem Rahmen zu ehren. Er hat dazu beigetragen, dass der Verein extrem viel professioneller und zu dem wurde, was er heute ist", betonte Waibl nach dem Spiel.
Alexander Waibl findet emotionale Worte für Wolfgang Söllner
Für ihn war Söllner nicht nur ein beruflicher Wegbegleiter, sondern auch der Patenonkel seines ältesten Sohnes und ein Freund.
"Einer, der immer seine Hand schützend über mich gehalten hat, der wollte, dass ich erfolgreich bin, der wollte, dass ich hier meinen Weg gehen kann und der alles weggeräumt hat, was irgendwie kam. Er hat immer versucht, für mich da zu sein und dafür werden ich und meine Familie ihm für immer dankbar sein. Ich weiß auch, dass er da oben jetzt zuguckt und weiterhin bei uns ist", fand Waibl emotionale Worte und machte noch einmal klar:
"Es ist ein riesiger Verlust. Man kann jemanden wie ihn nicht ersetzen. Es ist jemand weg, der einfach gut war." Ganz weg wird Wolfgang Söllner für alle, die ihn kannten und für den DSC niemals sein, der Verein und die Menschen werden ihn auch weiterhin in Ehren halten.