Dresden - "Justus, Justus, Justus", schallte aus den Kehlen der 4000 Biathlon-Fans im Dresdner Heinz-Steyer-Stadion. Gegen 18.30 Uhr lag der Lokalmatador beim City-Biathlon zwei Runden vorm Ende gemeinsam mit Olympiasieger Eric Perrot in Front. Danach ballerte Strelow fünf Schuss perfekt raus und gewann.
"Nach dem Quali-Rennen habe ich mir gesagt, nimm es nicht ganz so genau und zieh' beim ersten Trefferbild", freute sich Strelow über den Erfolg. Er lag nach der Quali noch auf Platz zehn und ging deshalb als Letzter in den Massenstart. Kein Problem für den 29-Jährigen. "Ich habe mich auf den ersten Runden im Feld versteckt", so Strelow. Nach vier Schießeinlagen war er nur mit Perrot auf der Strecke.
"Er hat mich dann nach vorn gebeten für die Führungsarbeit, damit wir mit einem kleinen Vorsprung zum letzten Schießen kommen." Dann ballte der Olympiasieger Perrot einen Schuss daneben und Strelow hatte zehn Sekunden Vorsprung.
"Ich hoffe, dass mir dies nicht nur in einem Showrennen gelingt, sondern auch in einem, wo es um die Wurst geht", so der Hermsdorfer mit Blick auf den Winter und die Weltcups.
"Ich habe noch nie so oft meinen Namen gehört wie diesmal", meinte er. Obwohl er kein riesiger Fan des Bades in der Menge ist, gab er gern Autogramme. "Dafür sind solche Rennen da."
Organisator freut sich über Strelow-Sieg
Bei den Damen gewann übrigens die Tschechin Tereza Vobornikova.
Für City-Biathlon-Organisator Ralf Niedermeier war's "sehr, sehr geil, wenn der Lokalmatador gewinnt". Der Saarländer kam ohnehin nicht aus dem Strahlen heraus. "4000 im Stadion und Tausende an der Strecke. Ich denke, zusammen waren es gut 12.000 Zuschauer", so Niedermeier. Gerade die Stimmung auf den Rängen glich einer Party. "Ich bin sehr zufrieden. Dresden hat sich etabliert." Der nächste Termin steht schon: 29. August 2027.
Vielleicht ist dann die Form von Sturla Holm Laegreid besser. Der Norweger lief nur in der Quali vorn mit. Im Massenstart traf er zwar top die Scheiben, hatte aber auf der Strecke Probleme und machte das Beste aus der Situation.
Nach jedem Schießen feierte er mit dem Publikum und auf der Schlussrunde klatschte der norwegische Superstar mit den Fans ab. Strelow: "Das ist ein Rennen für die Fans - das macht Sturla genau richtig."