"Asche fiel vom Himmel": Biathlet berichtet von dramatischen Momenten im Waldbrandgebiet

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Elsenborn (Belgien) - Am Wochenende sollten im belgischen Elsenborn die offenen nationalen Meisterschaften im Biathlon ausgetragen werden, doch der Wettkampf wurde überschattet vom schweren Waldbrand im Naturschutzgebiet "Hohes Venn". Der Franzose Jacques Jefferies (24), der seit vergangener Saison für Großbritannien startet, berichtete im Anschluss von dramatischen Momenten.

Der Biathlet Jacques Jefferies (24, l.) berichtete von dramatischen Szenen in Belgien, wo im Naturschutzgebiet "Hohes Venn" ein heftiger Brand ausbrach. Sein Teamkollege trug sogar im Auto eine FFP2-Maske.
Der Biathlet Jacques Jefferies (24, l.) berichtete von dramatischen Szenen in Belgien, wo im Naturschutzgebiet "Hohes Venn" ein heftiger Brand ausbrach. Sein Teamkollege trug sogar im Auto eine FFP2-Maske.  © Screenshot/Instagram/jacques_jeff

Am Freitag reiste sein Team an, bestritt am Samstag ein Rennen, am Sonntag wurde der Massenstart dann abgesagt. "Schon bei unserer Ankunft sahen wir in der Ferne Rauch auf der Autobahn. Wir sagten: 'Ich glaube, da brennt es.' Je näher wir kamen, desto näher waren wir dem Feuer. Als wir unsere Unterkunft erreichten, war das Feuer zu diesem Zeitpunkt weniger als 10 Kilometer entfernt von uns", erklärte er dem "Nordic Magazine".

Nach der ersten Nacht verschlechterte sich die Lage extrem. Rund eineinhalb Stunden vor dem ersten Rennen am Samstag machte die Nachricht die Runde, dass Sourbrodt, der Ort, in dem das Team untergebracht war, evakuiert werden sollte. "Da brach Panik aus", berichtete Jacques Jefferies. Letztlich sei allerdings nur die Hälfte des Dorfes evakuiert worden, ihre Unterkunft sei nicht betroffen gewesen.

Trotzdem fühlten sich die Sportler immer unwohler. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie dichte Rauchwolken rund um das Biathlon-Stadion herum zu sehen waren. "Das Rennen war extrem schwierig, überall hat es nach Rauch gerochen und man hat gemerkt, wie das in die Lunge zieht", sagte der Athlet in einem Instagram-Video.

Seit dem 14. August kämpfen die Einsatzkräfte gegen den Brand im Naturschutzgebiet in Belgien.
Seit dem 14. August kämpfen die Einsatzkräfte gegen den Brand im Naturschutzgebiet in Belgien.  © -/Images VHP via Belga/dpa

Biathlon-Team berichtet von Feuergeruch und Asche, die vom Himmel fiel

Der Rauch des Brandes zog am Wochenende auch an die deutsche Grenze.
Der Rauch des Brandes zog am Wochenende auch an die deutsche Grenze.  © Christoph Reichwein/dpa

Am Sonntag spitzte sich die Lage zu. "Als wir aufgewacht sind, war es leicht neblig, also alles gut. Wir trainierten anderthalb Stunden und alles lief gut. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft bemerkten wir, dass es rundherum richtig nach Feuer roch. Asche fiel vom Himmel", beschrieb er die schlimmen Momente.

"Es war dichter Rauch. Man atmete ihn ein und hatte das Gefühl, Feuer riechen zu können. Es war so, als stünde der Grill 30 Meter entfernt. Man merkte, dass es schwierig war, einen Lauf zu absolvieren", so die Schilderungen von Jacques Jefferies.

Als das Team schließlich an der Biathlonanlage ankam, hatte auch noch der Wind gedreht, sodass die dichte Rauchwolke nun in Richtung Wettkampfstätte zog, die Veranstalter sagten daraufhin den Massenstart ab.

Bergsteiger-Kollegin hat Laura Dahlmeier (†31) kurz vor ihrem Tod gewarnt: "Viel zu gefährlich"
Biathlon Bergsteiger-Kollegin hat Laura Dahlmeier (†31) kurz vor ihrem Tod gewarnt: "Viel zu gefährlich"

Eigentlich sollte nach den Meisterschaften noch eine Trainingswoche stattfinden, doch die wurde abgesagt und die Athleten fuhren nach Hause.

Seit dem 14. August brennt es in dem Naturschutzgebiet, Teile des deutschen Ortes Monschau mussten am Sonntag evakuiert werden. Am Montag warnte die Warn-App NINA sogar im Bereich Heidelberg bereits vor Brandgeruch. Auch am heutigen Dienstag halten die Löscharbeiten an.

Titelfoto: Bildmontage: -/Images VHP via Belga/dpa, Screenshot/Instagram/jacques_jeff

Mehr zum Thema Biathlon: