Regel-Revolution im Biathlon sorgt für Aufregung: "Das macht Angst"

Norwegen - In rund drei Wochen geht's im Biathlon endlich wieder los, startet die neue Saison mit dem Weltcup-Auftakt im finnischen Kontiolahti. Doch schon bevor die ersten Kilometer gelaufen und die ersten Schüsse abgegeben wurden, sorgt eine Regeländerung für Wirbel.

Die neuen Regeln am Schießstand führten beim Loop One Festival in München zu ersten Disqualifikationen.  © IMAGO / Nordphoto

Die Internationale Biathlon-Union (IBU) möchte für mehr Sicherheit sorgen und hat deshalb die Vorschriften am Schießstand verschärft. Demnach dürfen die Athleten erst ihr Gewehr vom Rücken nehmen und überhaupt die Verschlusskappe zum Lauf öffnen, wenn sie auf der Matte stehen. Auch muss das Gewehr nach dem Schießen erst wieder auf beiden Schultern mit dem Gurt sitzen, bevor es zurück auf die Strecke geht.

Im norwegischen Team gehen die Meinungen zu dieser Maßnahme auseinander. "Ich habe die Sorge, dass jemand mit etwas Adrenalin in diesem Winter zurück in alte Gewohnheiten verfällt, es vergessen könnte und etwas Dummes macht. Das macht schon ein bisschen Angst", sagt Martin Uldal (25) dem "NRK".

Vergisst man das korrekte Aufsetzen, muss man zurück auf die Matte. Ein Zeitverlust, der beim Kampf um jede Hundertstel natürlich enorm bitter ist. Schlimmer noch wäre aber das Absetzen der Waffe vor dem Erreichen der Matte am Schießstand, dann droht tatsächlich die Disqualifikation.

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"Wenn man etwas zehn Jahre lang trainiert hat, ist es schwer, es in einer stressigen Situation einfach anders zu machen", glaubt auch die erfahrene Ingrid Landmark Tandrevold (30).

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Biathlon: Norweger glaubt, dass "es schlimmer wird"

Martin Uldal (25) macht die neue Regel sogar Angst.  © imago / GEPA pictures

Auch ihr Kollege Johannes Dale-Skjevdal (29) ist kein Fan der Anpassung. "Es kam völlig unerwartet. Es passt zu den Sicherheitsregeln, die die IBU einführt. Es ist schwierig, etwas gegen Sicherheitsregeln zu sagen, aber ich denke, in gewisser Weise wird es schlimmer."

Erste "Opfer" der neuen Regel gab es beim Loop One Festival in München, bei dem einige Athleten disqualifiziert wurden, unter anderem Leonora Rønhede (20). "Ich habe gar nicht daran gedacht, dass es diese Regel überhaupt gibt, das war mir völlig entfallen. Es ist besser, das jetzt zu tun als beim Weltcup im Winter", sagte die für Dänemark startende Biathletin in Hinblick auf ihren Fauxpas.

Das norwegische Team war allerdings schon lange bevor die Anpassung offiziell kommuniziert wurde, über die neue Regel informiert. "Ich trainiere das nun schon seit sechs Monaten. Ich halte jetzt die Stöcke in der Hand, die ich normalerweise unter den Schießriemen schiebe. So habe ich mit quasi selbst eine Falle gestellt, um die neue Regel nicht zu vergessen", berichtet Tandrevold.

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Bleibt abzuwarten, wie der Auftakt in Kontiolahti mit den verschärften Sicherheitsvorkehrungen laufen wird.

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