Ungewöhnliches Saisonziel: Deutscher Biathlon-Star lässt sich in die Karten schauen

Schmalkalden - Mit ihrer Entscheidung, sich nicht mit der deutschen Nationalmannschaft auf die neue Saison vorzubereiten, hat Vanessa Voigt (29) hohe Wellen geschlagen. Bei ihrem Alleingang greift die Biathletin jetzt zu ungewöhnlichen Methoden, um bestmöglich gerüstet zu sein - und sammelt Karten.

Zur neuen Saison arbeitet Vanessa Voigt (29) nicht nur an Material und Schießkünsten, sondern auch an den mentalen Stellschrauben.  © Daniel Löb/dpa

Mehr grüne als rote Karten - so lautet das Ziel der gebürtigen Thüringerin für die nächsten Monate, wie sie im Interview mit "Sports Illustrated" verriet.

Die 29-Jährige hat aber nicht etwa die Sportart gewechselt, sondern gemeinsam mit ihrem Mentaltrainer ein Spiel in ihr Programm eingearbeitet: "Nach jedem Rennen vergebe ich eine Karte", erklärte die Skijägerin.

"Grün bedeutet, dass ich mit meiner Leistung wirklich zufrieden bin, Rot steht für das Gegenteil. Wenn ich am Ende der Saison auf mehr grüne als rote Karten blicke, war es für mich ein erfolgreicher Winter", so Voigt.

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Damit das gelingt, setzt die zweifache olympische Bronzegewinnerin daneben noch auf weitere psychologische Methoden. Abseits der Loipe nehme sie sich inzwischen gezielt Auszeiten und achte vermehrt darauf, dass es ihr als Mensch gut geht.

Wichtig sei dafür, die Hochleistungssportlerin im privaten Umfeld auch mal vor der Tür zu lassen: "Wenn ich nach dem Training nach Hause komme, darf das Thema noch fünf Minuten Raum einnehmen. Danach werden andere Dinge wichtiger."

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Korb fürs DSV-Team ist für Vanessa Voigt kein großes Ding

Vanessa Voigt vor knapp zwei Wochen beim Loop-One-Festival in München.  © Jens Niering/dpa

Ihre Abkapselung vom DSV-Team sieht Voigt derweil nicht so eng: "Das Thema wurde meiner Meinung nach heißer gekocht, als es tatsächlich ist", sagte sie.

Im Biathlon und anderen Sportarten würden viele Athleten ihr eigenes Ding machen. "Ich gehe jeden Tag ins Training und versuche, an mir zu arbeiten und die entscheidenden kleinen Prozente herauszuholen. Ob ich das allein oder gemeinsam mit einem Team mache, spielt für mich letztlich keine große Rolle", beschrieb die Thüringerin.

Als Nächstes steht für die Vize-Weltmeisterin von 2023 dabei ein zweiwöchiges Höhentrainingslager im Kalender, ehe es ins Feintuning vorm Saisonstart geht.

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