Rodel-Rente für Ikone Georg "Schorsch" Hackl: "Der Größte geht"

Von Frank Kastner

Altenberg - Georg Hackl (59) genießt die Sonnenstrahlen, denn so kann er seine Schmerzen etwas verdrängen. Der Sturz aus zwei Metern Höhe kopfüber bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo, bei dem er sich die Schulter ausgekugelt hatte, ist noch nicht auskuriert.

Georg Hackl (59), Technik-Trainer von Österreich, jubelt nach dem Sieg seines Teams beim Weltcup in Sachsen.  © Robert Michael/dpa

"Ich bin noch krankgeschrieben, daher kann ich es hier in vollen Zügen genießen", sagte der 59 Jahre alte Berchtesgadener, der nun in Rodel-Rente geht. 

Das Weltcup-Finale im sächsischen Altenberg war seine letzte Rodel-Reise.

"Ich bin jetzt über 45 Jahre jeden Winter unterwegs, jedes Wochenende irgendwo an einer Rodelbahn und nie zu Hause. So habe ich einen Großteil meines Lebens verbracht", sagte der von allen nur "Hackl Schorsch" gerufene Bayer.

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"Jetzt möchte ich noch ein bisschen mehr Zeit für mich haben im Winter." Statt Schienen bei den Schlitten zu schleifen und zu polieren, geht es auf Skiern weiter.

"Ein Ziel für mich ist die Jahreskarte in der Skiwelt Amadé, die muss sich für mich lohnen im nächsten Winter. Noch kann ich den Skistock nicht richtig halten", sagte Hackl der Deutschen Presse-Agentur.

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Die Bahn-Reparatur in Königssee "ist so unfassbar"

"Hackl Schorsch" (r.) jubelt nach dem Sieg von Österreich und umarmt Rennrodlerin Lisa Schulte (25).  © Robert Michael/dpa

Seit 2022 ist er für den österreichischen Verband unterwegs.

"Es war eine tolle Erfahrung, weil mich das auch von Anfang an gereizt hat. Es war eine superschöne Zeit, weil die alle an einem Strang ziehen, alle super zusammenarbeiten", meinte der mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen erfolgreichste Einzel-Rodler der olympischen Geschichte und lobte die "gute Stimmung" in der Mannschaft.

"Wenn du dich hier so bewegst mit österreichischem Anorak, da ist alles immer so positiv", sagte Hackl. Kopfschmerzen bekommt er, wenn er an seine Heimat in Berchtesgaden und die teilweise zerstörte Bahn am Königssee denkt.

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"Das ist so unfassbar. Die Italiener bauen in einem Jahr eine ganze Bahn. Und Deutschland schafft es nicht, in fünf Jahren zwei Kurven, die da kaputt waren, zu reparieren", sagte Hackl. 

Rückblickend auf seine Rodel-Karriere habe er so viele Höhen und Tiefen erlebt, dass er keine Besonderheiten hervorheben möchte.

Für den Vorstandsvorsitzenden des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), Thomas Schwab (63), wird Hackl eine große Lücke im Rodelsport hinterlassen. "Er wird dem Rodelsport fehlen. Es geht der einer der Größten, wenn nicht sogar der Größte."

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