Ex-Ski-Star watscht verweichlichte Sport-Jugend ab: "So spielt das Leben nicht"

Österreich - Ist die heutige Sport-Jugend nicht widerstandsfähig genug? Während seiner aktiven Zeit als Skirennläufer gewann Armin Assinger (62) vier Weltcuprennen, anschließend machte er sich in Österreich als TV-Persönlichkeit einen Namen. Jetzt ging er mit der jüngeren Generation hart ins Gericht.

Ex-Ski-Star Armin Assinger (62, l.), hier 2019 bei der Verleihung des bayerischen Dialektikpreises, hat als TV-Moderator in Österreich schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten. (Archivfoto)  © picture-alliance/ dpa

"Es wird nirgendwo mehr gezählt, selbst beim Fußball nicht, weil jeder ein Sieger sein muss. Aber das ist Blödsinn, weil so spielt das Leben nicht", sagte der 62-Jährige in der neuesten Folge des Politik-Podcasts "Streitwert" zur Entwicklung des Nachwuchssports.

Der Ski-Experte des ORF und Moderator des österreichischen Pendants zu "Wer wird Millionär" zweifelte daran, dass junge Athleten von dieser Herangehensweise wirklich profitieren würden. "Das haben auch die Deutschen angefangen zu hinterfragen", merkte er an.

"Aus Niederlagen lernt man viel mehr", so der Olympia-Teilnehmer von 1994. "Was sollen junge Leute denn jetzt lernen, wenn sie immer nur gewinnen?", fragte er sich.

Ski Alpin Liebe schlägt Rivalität: Neues Ski-Traumpaar grüßt aus dem Urlaub

Irgendwann würde für die Nachwuchssportler dann nämlich das "böse Erwachen" kommen, wenn sie auf höherer Ebene doch mal einen Rückschlag hinnehmen müssten.

"Hin und wieder ist es gut, die Backen des verlängerten Rückens zusammenzukneifen und einfach ab durch die Mitte zu gehen", führte Assinger seinen Punkt weiter aus.

Anzeige

Armin Assinger zitiert Tennis-Legende Günter Bresnik

Armin Assinger 1994 beim Ski-Weltcup in Frankreich. (Archivfoto)  © ERIC FEFERBERG / AFP

Besonders passend fand Assinger zu der Thematik das Zitat des österreichischen Tennis-Trainers Günter Bresnik (65), der unter anderem Dominic Thiem (33) betreute, und einst sagte: "Es ist noch niemals jemand in die Weltklasse gestreichelt worden."

Die "härtere Schule" in seiner eigenen Jugendzeit habe dem ausgebildeten Gendermeriebeamten beigebracht, nicht beim "kleinsten Gegenwind" kleinbeizugeben.

Zwar gab der TV-Star zu, dass sich das alles leicht sagen lasse und sein Weg nicht zwangsläufig für jeden funktionieren müsse, aber "wer es nicht probiert, der wird es nicht herausfinden", so der Ex-Skirennläufer.

Mehr zum Thema Ski Alpin: