Mess-Skandal im Südwesten: Massives Treibhausgas-Leck beschäftigt den Landtag

Von David Nau

Stuttgart - Die Vorwürfe um mögliche gewaltige Emissionen des klimaschädlichen Treibhausgases Schwefelhexafluorid (SF6) in Baden-Württemberg beschäftigen am Dienstag den Landtag.

Beim Chemiekonzern Solvay wurden deutlich höhere SF6-Werte gemessen, als offiziell angegeben wurde.  © Bernd Weißbrod/dpa

Der Umweltausschuss befasst sich in einer Sondersitzung um 11.30 Uhr mit den Vorwürfen und dem Umgang von Umweltministerin Thekla Walker (56, Grüne) damit.

Neben der Ministerin soll im Ausschuss auch der Wissenschaftler befragt werden, dessen Team die Emissionen festgestellt hatte.

Die Forscher der Goethe-Universität in Frankfurt am Main hatten deutlich höhere SF6-Werte gemessen als vom Chemiekonzern Solvay für sein Werk in Bad Wimpfen bei Heilbronn offiziell angegeben. Solvay ist europaweit der einzige Hersteller des Gases, das unter anderem in der Elektroindustrie als Isoliermittel eingesetzt wird.

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Während der Konzern für das Jahr 2023 insgesamt 56 Kilogramm SF6 gemeldet hat, kamen die Forscher im Schnitt der Jahre 2020 bis 2023 auf rund 30 Tonnen jährlich für die Region.

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Ergebnisse im Frühjahr 2024 erstmals vorgestellt

Dem Umweltministerium waren die Ergebnisse der Wissenschaftler nach eigenen Angaben im Frühjahr 2024 vorgestellt worden. Bekannt wurde das mögliche Treibhausgas-Leck allerdings erst Anfang Dezember 2025.

Auch deswegen kritisiert die CDU-Fraktion, die die Sondersitzung beantragt hat, mangelnde Transparenz des Umweltministeriums.

"Ich erhoffe mir eine lückenlose Aufklärung, wie ein Unternehmen trotz Kenntnis der Produktionsprobleme seitens der Behörden ohne Konsequenzen seit mindestens 2023 Jahr für Jahr so viel CO₂-Äquivalente ausstößt wie der gesamte Flugverkehr in Baden-Württemberg", sagte CDU-Umweltexperte Raimund Haser.

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