Deutschland - Am heutigen Dienstag erscheint "Marvel’s Wolverine" exklusiv für die PlayStation und die Community ist zerrissen als wären Adamantium-Klauen hindurchgeglitten. Die Wertungen pendeln zwischen 2/10 bis 10/10. Auch wir haben es getestet und verraten euch: harter Comic-Gaming-Spaß oder so lückenhaft wie die Logiklöcher der X-Men-Filmreihe?
Vor uns liegt ein reines Singleplayer-Actionspiel, das optisch nicht an die Kino-Fassungen anlehnen möchte. Auch nicht inhaltlich. Vielleicht auch besser so.
Es ist deutlich linearer, erwachsener und nicht zuletzt auch brutaler als die "Spider-Man"-Reihe, die ebenfalls aus der Spieleschmiede von Insomniac stammt.
Viel Blut, abgetrennte Körperteile, zerfetzte Gesichter. Kurz zur Handlung: Diese spielt vor der Gründung der X-Men. Logan – also Wolverine – lebt zurückgezogen im Unterholz und hat große Lücken in seiner Erinnerung. Eine zentrale Rolle spielt Nathaniel Essex.
Comic-Fans wissen, was Sache ist. Unsere erste Mission startet mit Mystique und Sabretooth an unserer Seite. Hier lernen wir nach und nach das Kampfsystem kennen.
Und genau das sorgt auch für die größte Kritik. Denn im Grunde heißt es immer: Krallen raus und niedermetzeln. Egal ob drei oder 30 Gegner.
Simples Gameplay: altmodisch oder "Back to the roots"?
Parieren, Schüssen ausweichen, aber vor allem: Sprungattacke und Treffer landen. Das Ganze geht etwa 15 Stunden, mit den Nebenmissionen etwa 25 Stunden lang. Realistisch gesehen.
Und das ist nicht schlecht, wenn man vor allem eine coole Geschichte durchspielen möchte, ohne mit den jeweils perfekten On-Time-Moves reagieren zu müssen wie einst bei "Sifu".
Auch haben wir keine Mega-Map mit zeitgleich 300 blinkenden Symbolen vor uns. Ist das altmodisch oder "Back to the roots"? Die Wahrheit sagt euch eure Vorliebe.
Worüber sich nahezu alle einig sind: Die Charakterzeichnung des Wolverines ist extrem gut gelungen. Logan ist einerseits aggressiv und brutal. Andererseits erschöpft, verletzlich und menschlich. Die Kulissen sind teils unfassbar gut gelungen – aber ohne Open World halt nur Kulisse.
Und ja, es ist Wolverine und die Musik am Anfang lässt es schon erahnen: Auch Japan wird eine Station seiner Geschichte. Die spielerischen Logiklöcher können vor allem dank Story und Charakterentwicklung wettgemacht werden.
Auch Szenen mit Flugzeugabstürzen, Verfolgungsjagden oder Kämpfe gegen riesige Maschinen bringen Abwechslung rein. Am Ende geben wir dem 70-Euro-Game 8/10 Krallenkratzer. Wenn auch nur knapp.