Aus Solidarität: Zahlreiche User posten Erotik-Bilder auf Twitter

Deutschland - Auf einmal überfluten zahlreiche Erotik-Bilder die Plattform Twitter. Der Grund dafür ist im Post einer Krankenschwester zu finden.

Komplett nackt im Netz? Das zeigen die UserInnen nicht: Ihre Bilder haben stets das "gewisse erotische Etwas".
Komplett nackt im Netz? Das zeigen die UserInnen nicht: Ihre Bilder haben stets das "gewisse erotische Etwas".  © Christian Charisius/dpa

Wer am heutigen Dienstagvormittag auf Twitter sah, kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Kein Attila Hildmann in den Trends, dafür aber jede Menge erotische Fotos unter dem Hasthtag "nudesfürnell".

Da stellen sich doch die Fragen: Wer ist Nell? Und warum veröffentlichen all die anderen, meist weiblichen Wesen, nun Nacktbilder?

Angefangen hat alles am 28. Juni. Da postete die Userin Nell781, im echten Leben mit dem Namen Nelly, eine erotische Zeichnung von sich und bedankte sich bei der Urheberin des Bildes. 

Zu sehen ist die Krankenschwester, wie sie mit freiem Oberkörper dasteht. Viele Menschen lobten das Kunstwerk, das einen sehr schönen Zeichnungsstil aufweist. 

Doch es sorgte auch für Kritik. 

Denn nur wenig später postete Nelly, dass sie laut einer Aussage "angeblich eine Schande für den Berufsstand der Pflegefachkraft sei". Sie verrät nicht, von wem diese Worte stammen. Jedoch macht sie klar, dass der Grund in der veröffentlichten Zeichnung von ihr liegt.

Nelly kontert grandios: "Ich kann dir im Dienst das Leben retten und mich nachts hart vögeln lassen! Deal with it " (dt. Komm damit klar). Für diese Antwort feiert sie das Netz! Unter dem oben genannten Hashtag zeigen nun überwiegend Frauen, dass sie erfolgreich im Job und dennoch sexy sein können.

Die Aussage ist klar: Sexuelle Vorlieben und Neigungen haben keinen Einfluss auf die Professionalität im Berufsleben.

Das #nudesfürnell so erfolgreich werden würde, damit hatte Nelly sichtlich nicht gerechnet. Sie bedankt sich bei all den Menschen, die mitmachen. Und das sind nicht wenige! Eine Führungskraft eines Schweizer-Konzerns präsentiert sich in einem tiefen Ausschnitt. Auch eine Altenpflegerin machte mit und betont, dass sie sich sehr gerne in ihrer Freizeit nur in Unterwäsche bekleidet zeigen darf.

Besonders brillant: Auch zahlreiche Männer schlossen sich dem Hashtag an. Neben vielen behaarten Beinen sieht man einige nackte Oberkörper. "Aus Solidarität", sagen sie und zeigen somit, dass Nelly mit ihren Worten recht hat.

Bei einigen Usern besteht die Angst, dass nun die Posts ins Lächerliche gezogen werden. Die Bilder sollen Verständnis für Nacktbilder wecken und keine sexistischen Kommentare fördern. Aber wie es nun einmal so ist, erfreuen sich auch die männlichen Wesen an der Bilderflut, die nun ungewohnt tiefe Einblicke bei diversen Fach- und Führungskräften liefert.

Nellys gezeichnetes Erotik-Bild ist nach wie vor auf Twitter zu sehen. Gut so, sagen die User. Für die Mitmacher der Aktion auf Twitter steht fest, ein Körper ist nur ein Körper. Für nackte Haut sollte man sich nicht schämen, egal, als was oder wo man arbeitet.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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