Audi-Chef setzt trotz hartem Wettbewerb auf China: Schlüsselmarkt für Premiumautos

Ingolstadt/Peking - Audi-Chef Gernot Döllner sieht China trotz des schwierigen Marktumfelds als entscheidenden Wachstumsmarkt für das Premiumgeschäft des Autobauers.

Der Autobauer Audi – hier ein Modell Q8 bei der Gaikindo Indonesia International Auto Show – sieht sich in China wieder in der Position des Herausforderers.  © Juni Kriswanto/AFP

Der Premium-Markt werde weltweit "eigentlich nur noch in China wachsen", sagte Döllner der Deutschen Presse-Agentur auf der Pekinger Automesse.

Der chinesische Premium-Markt wird nach Einschätzung Döllners in den kommenden zehn Jahren um rund 40 Prozent zulegen.

Im Rest der Welt bewege sich das Premiumsegment dagegen eher seitwärts. Gleichzeitig sei der Wettbewerb in China deutlich härter geworden.

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Neue chinesische Hersteller positionierten sich erfolgreich im Premiumbereich. Audi sei nun "wieder in der Position, ein Stück der Challenger zu sein und gegen die den Wettbewerb anzunehmen".

Zugleich räumte Döllner ein, dass die Ingolstädter VW-Tochter in der Volksrepublik weiter aufholen müsse. Der Umbau der Marke mit den vier Ringen in Richtung NEV stehe noch vor großen Schritten, sagte er.

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Digitaler Innenraum und autonomes Fahren

Gernot Döllner, CEO von Audi, präsentiert in China das neue Modell E7X von Audi. Der Konzern will es mit der Konkurrenz vor Ort aufnehmen.  © Johannes Neudecker/dpa

NEV steht in China für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, vor allem reine Elektroautos und Plug-in-Hybride. 

Audi setzt in China inzwischen auf zwei Wege. Neben der klassischen Marke mit den vier Ringen gibt es die neue Schwestermarke AUDI, die ohne das traditionelle Logo auftritt und gemeinsam mit dem chinesischen Partner SAIC entwickelt wird.

Die Entscheidung für diese Schwestermarke sei "eine sehr riskante und sehr mutige Entscheidung" gewesen, sagte Döllner.

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Sie sei auch extrem kritisch diskutiert worden. Heute zeige sich aber, dass Audi damit neue Kunden anspreche und in ein Segment komme, in das die Hauptmarke mit den vier Ringen nicht komme.

Zugleich will Audi die neue Marke künftig stärker selbst prägen. Ziel sei es, "die Audi-Gene hier vor Ort noch mal stärker in die Autos einzubringen". Besonders wichtig seien in Zukunft zwei Felder: das digitale Erlebnis im Innenraum und automatisiertes Fahren.

"Das sind die Hauptinnovationsfelder", sagte Döllner. Das nächste spannende Rennen, das von China ausgehe, sei zudem die Frage, welche Rolle künstliche Intelligenz im Fahrzeug spielen werde.

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