Als Säugling wurde sie von einem Kult entführt: Jetzt kommt sie endlich nach Hause!

Houston (Texas) - Vor mehr als 40 Jahren wurden zwei Tote gefunden. Von ihrem wenige Monate altem Baby fehlte jede Spur. Jetzt wurde "Baby Holly" gefunden.

Nachdem 2021 die Toten aus dem Wald identifiziert werden konnten, suchten die Behörden mit einem computergenerierten Bild nach "Baby Holly".
Nachdem 2021 die Toten aus dem Wald identifiziert werden konnten, suchten die Behörden mit einem computergenerierten Bild nach "Baby Holly".  © NCMEC

1981 wurde in einem Wald in Texas ein totes Pärchen gefunden. Beide starben eines grausamen Todes, er wurde zu Tode geprügelt, sie wurde stranguliert. Doch niemand wusste, wer sie waren oder warum sie sterben mussten. Der Fall wurde irgendwann als Cold-Case zu den Akten gelegt.

Dann der Durchbruch: 2021 schauten sich Ermittler erneut die Beweise an, glichen Spuren mit einer DNA-Datenbank ab und konnten die Identität der Toten feststellen, das berichtete nun die "New York Post".

Die beiden hießen Tina und Harold Clouse. Erst kurz vor Ihrem Tod waren sie mit ihrer kleinen Tochter Holly nach Texas gezogen.

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Mehr als 40 Jahre lang sehnten sich ihre Familien nach einem Lebenszeichen, endlich hatten sie Gewissheit. Doch von "Baby Holly" fehlte weiter jede Spur. Offenbar hatte der oder die Mörder das kleine Mädchen mitgenommen. Aber wozu?

Die Ermittler standen vor einem Rätsel.

Der Fall erregt große Aufmerksamkeit

Dann kommt die schockierende Wahrheit ans Licht

War es ein Kult, der Holly entführte und ihre Eltern ermordete? (Symboldbild)
War es ein Kult, der Holly entführte und ihre Eltern ermordete? (Symboldbild)  © CHININEA / AFP

1981, nur kurz nachdem die Clousens ermordet wurden, meldete sich eine mysteriöse Anruferin bei den Angehörigen. Sie nannte sich "Sister Susan".

Die Anruferin gab an, dass Tina und Harold einem religiösen Kult beigetreten seien. Verzicht auf Besitz und Askese sei ihre neue Lebensweise. Doch "Sister Susan" wollte Geld im Austausch von Informationen. Die Familie kontaktierte daraufhin die Polizei, aber "Sister Susan" entkam.

Wenige Tage später wurde an einer Kirche in Arizona ein Säugling abgegeben. Was niemand wusste: Es war "Baby Holly".

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Der Staatsanwalt Brent Webster erzählt, wie es damals war: "Zwei Frauen, die sich als Mitglieder einer Gruppe religiöser Nomaden ausgaben, brachten Holly in die Kirche. Sie trugen weiße Gewänder und waren barfuß." So schnell sie kamen, verschwanden sie dann auch wieder.

Für die Polizei sind die beiden Frauen wichtige Zeugen, wenn nicht sogar die mutmaßlichen Mörder des Pärchens. Nach ihnen wird gesucht.

Großmutter Donna Cassanta hat die Hoffnung niemals aufgegeben

So geht es "Baby Holly" heute

Heute ist Holly Clouse eine erwachsene Frau. Sie ist überglücklich, endlich ihre Familie zu kennen.
Heute ist Holly Clouse eine erwachsene Frau. Sie ist überglücklich, endlich ihre Familie zu kennen.  © NCMEC

Holly Clouse ist mittlerweile 42 Jahre alt. Nachdem sie an der Kirche abgegeben wurde, wuchs sie bei Adoptiveltern behütet und geborgen auf.

Doch jahrelang wusste sie nicht, woher sie kommt oder wer ihre wahren Eltern sind. Das änderte sich erst am vergangenen Dienstag, als erfahrene Ermittler der 42-Jährigen ihre wahre Identität offenbarten.

Nur Stunden später telefonierte Holy Clouse zum ersten Mal mit ihrer leiblichen Großmutter Donna Casasanta.

"Holly zu finden ist ein Geburtstagsgeschenk des Himmels, da wir sie am Geburtstag (ihres Vaters) gefunden haben." so die vor Glück überwältigte Großmutter. Sie habe 40 Jahre lang gebetet, um endlich Antworten zu finden, sagte sie zu Reportern.

Doch die Ermittler machen deutlich, dass der Fall noch längst nicht abgeschlossen ist.

Staatsanwalt Webster sagt: "Wir wünschen Holly das Beste. Wir sind dankbar, dass wir sie gefunden haben, aber wir müssen weiter daran arbeiten, den Mörder zu finden."

Titelfoto: Montage: CHININEA / AFP, NCMEC

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