10-jähriger Autist baut mit 56.000 LEGO-Steinen beeindruckendes Kunstwerk

Reykjavík - Als Brynjar Karl Bigisson 10 Jahre alt war, baute er mit Tausenden von Lego-Steinen eine Legende nach: die Titanic. Heute ist der Junge mit Autismus fast erwachsen und sagt, das Projekt habe sein Leben verändert.

Aus diesen (und tausend von weiteren Steinen) entstand der größte LEGO Nachbau der Welt des berühmten Schiffes.
Aus diesen (und tausend von weiteren Steinen) entstand der größte LEGO Nachbau der Welt des berühmten Schiffes.  © Facebook/theLEGOtitanicbuilder

Der Untergang der Titanic vor über 108 Jahren veränderte die Welt. Das Drama, das rund 1500 Menschen das Leben kostete, faszinierte den damals 10 Jahre alten Brynjar aus Island, der mit Autismus diagnostiziert wurde.

Er beschloss, dem zum Untergang verurteilten Linienschiff mit LEGO zu huldigen. Über 700 Stunden (11 Monate) und 56.000 Steine investierte er in den inzwischen größten LEGO Titanic-Nachbau der Welt.

Der heute 17-Jährige blickt stolz auf das Projekt zurück. Gegenüber dem Magazin BoredPanda sagte er, dass LEGO schon sehr früh ein wichtiger Teil seines Lebens war.

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"Aufgrund meiner schlechten sozialen und kommunikativen Fähigkeiten war ich immer auf mich selbst gestellt und spielte allein, sodass LEGO-Steine zu meinen besten Freunden wurden."

"Während ich mit LEGO baute, nutzte und entwickelte ich meine Fantasie und Kreativität. Ich erinnere mich nicht, dass ich mich einsam fühlte, ich war zu sehr damit beschäftigt, etwas zu bauen."

Im Alter von 9 Jahren besuchte er das erste Mal LEGOLAND in Dänemark. Der Junge war fasziniert von all den Modellen, den Maßstab und ihrer Baustruktur. Es entwickelte sich regelrecht eine Obsession des kleinen Isländers mit Schiffen. Er erforschte zahlreiche ihrer Details im Internet.

Die Titanic hatte es Brynjar besonders angetan

Komplett aus LEGO: Brynjar's Titanic ist ein Meisterwerk.
Komplett aus LEGO: Brynjar's Titanic ist ein Meisterwerk.  © Facebook/theLEGOtitanicbuilder

"Es gab da dieses eine Schiff, von dem ich wirklich besessen wurde, und das war die Titanic. Ich hatte alles gelernt, was es über das Schiff zu wissen gab, und dann hatte ich eines Tages die Idee, es zu bauen."

Ganz ohne Hilfe ging es jedoch nicht. Um das 7 Meter lange Modell fertigzustellen, holte sich Brynjar Unterstützung von seiner Familie.

Sein Großvater Lulli half ihm bei der maßstabsgetreuen Umrechnung. Seine Mutter errichtete eine Crowdfunding-Seite, mit denen die Abertausenden LEGOS finanziert werden sollten. 

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"Außerdem wurde mir in einem Lagerhaus Platz angeboten, um das Modell zu bauen. Ich kam jeden Tag nach der Schule und werkelte 11 Monate lang 3-4 Stunden, bis ich schließlich mein LEGO Titanic-Modell fertig hatte."

Auch all die Jahre später ist seine Faszination mit den Schiffen nie verschwunden.

Brynjar verbringt seine Sommer damit, auf einer Fähre zu arbeiten, die die Leute zu einer nahe gelegenen Insel namens Viðey bringt. "Ich bin im zweiten Jahr auf der High School und möchte eines Tages Kapitän werden."

Sogar ein Film über seine Geschichte wurde gedreht:

Brynjar Karl Bigisson hat eine besondere Botschaft

Er habe seine kommunikativen Fähigkeiten während der vergangenen Jahre erheblich verbessern können. Dadurch habe er viele neue Freunde gefunden.

Brynjar sagte, er sei sehr dankbar, dass seine Geschichte eine Inspiration für andere Kinder und Eltern sei, die eine Autismus-Diagnose durchlaufen und Angst vor der Zukunft haben.

"Ich weiß, dass meine Familie sich Sorgen gemacht hat, und das ist völlig normal, denn sie hatten nur das 'Rain-Man'-Klischee, mit dem sie ihre Erfahrungen vergleichen konnten. Heute wissen wir viel mehr über Autismus", erklärte der Isländer.

"Wir wissen, dass, wenn es ihnen erlaubt ist, ihre Fähigkeiten durch ihr Interesse zu entwickeln, sie stärker werden können. Ich hatte diese Gelegenheit, und heute gibt es nichts, was ich nicht tun könnte, wenn ich mich darauf konzentriere. Es ist wichtig für mich, diese Botschaft zu vermitteln."

Titelfoto: Facebook/theLEGOtitanicbuilder

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