Von Christian Grube
Shanghai - Was war das für eine Show! Nach vier Wettkampftagen sind am Abend in der Mercedes-Benz Arena in Shanghai die Medaillen in den 64 Kategorien der WorldSkills verliehen worden.
Die chinesischen Organisatoren haben noch einmal alle Register gezogen und der Welt gezeigt, was eine wahrlich monumentale Show ist. Hunderte Tänzer wirbelten über die Bühne, dazu eine Lichtshow, die ihresgleichen suchte. Doch im Vordergrund standen die mehr als 1300 Wettkämpfer.
Gleich vorweg: Es hat sich bestätigt, was im Vorfeld viele geahnt hatten. China wollte siegen – und die Gastgeber haben es geschafft. Kein anderes Land holte so viele Medaillen wie das Reich der Mitte: 56-mal Edelmetall. Dahinter folgten Südkorea und Taiwan.
Deutschland ist mit zweimal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze sowie 15 Exzellenzmedaillen im Mittelfeld gelandet. Die Teilnehmer aus Sachsen – allen voran Marc-Aurel Spalek und Lennard Weitzmann aus Chemnitz – haben es geschafft, sich im Skill der Landschaftsgärtner auf den dritten Platz vorzukämpfen. Überglücklich sprangen sie auf das Treppchen und nahmen ihre Bronzemedaillen entgegen.
Auch Lars Wagner aus Oederan durfte sich über eine Exzellenzmedaille freuen. Sie wird vergeben, wenn Teilnehmer über dem Punktedurchschnitt liegen, es aber nicht für eine der drei Medaillenränge reicht.
Siege und Niederlagen: Das Fazit nach vier Tagen Wettkampf
Tobias Karl Miklos aus Chemnitz ging in der Kategorie der Bäcker leer aus. Wie er TAG24 vor dem Wettbewerb sagte, zählte für ihn vor allem die Erfahrung, in Shanghai dabei zu sein.
Nach seinem Abpfiff am zweiten Wettkampftag sagte er bereits, dass die Bedingungen alles andere als optimal gewesen seien. Das chinesische Mehl habe sich anders als das in Europa verhalten, und "die Kühlung war nicht gut eingestellt. Der Teig ging weiter als vorgesehen", berichtete Miklos. "Nach zwei Wochen ist es eh vergessen."
Gold ging unter anderem an die Betonbauer Jakob Distler und Tim Arnold (beide 20) sowie an Tobias Kelz aus Bayern im Skill Möbelschreiner.
Für das deutsche Team geht es nun nach den WorldSkills in Shanghai weiter: Im kommenden Jahr finden die EuroSkills in Düsseldorf statt. Dann darf das deutsche Team erneut zeigen, was es im europäischen Vergleich leisten kann. Die nächste Weltmeisterschaft der Berufe findet 2028 in Aichi in Japan statt.
Für die deutschen Teilnehmer geht damit eine ereignisreiche Woche in Shanghai zu Ende – vier Tage Wettkampf, unzählige Stunden Vorbereitung und am Ende sieben Medaillen.