39-Jähriger stirbt auf Toilette am Arbeitsplatz, Familie fordert Entschädigung

Shenzhen - Der Tod eines 39-jährigen Programmierers sorgt in China für eine Debatte über die Grenzen des Arbeitsbeginns und die Rechte von Beschäftigten.

Tod auf der Toilette: Der tragische Fall eines chinesischen Programmierers wird nicht als Arbeitsunfall anerkannt. (Symbolbild)  © Annette Riedl/dpa

Wie Gulf News Asia berichtete, hatte sich der Mann am 23. April im Büro angemeldet, ging anschließend auf die Toilette und wurde dort später leblos aufgefunden.

Der 39 Jahre alte Programmierer und Projektleiter Xing Zhi arbeitete für ein börsennotiertes Unternehmen in Shenzhen.

Xing betrat die Toilette und kehrte nicht mehr zurück. Seine Ehefrau soll ihm gegen 9.30 Uhr geschrieben haben, erhielt jedoch keine Antwort. Gegen 10.35 Uhr kontaktierte die Personalabteilung die Familie, weil Xing nicht an seinem Arbeitsplatz erschienen war.

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Nachdem festgestellt worden war, dass sein Auto auf dem Firmengelände stand, wurde die Polizei verständigt.

Um 11.28 Uhr wurde Xing leblos auf der Toilette gefunden. Um 12.50 Uhr wurde sein Tod festgestellt. Die genaue Todesursache wurde bislang nicht öffentlich gemacht.

Nach Xings Tod beantragte sein Arbeitgeber die Anerkennung des Falls als Arbeitsunfall. Die zuständigen Behörden für Personalwesen und soziale Sicherheit in Shenzhen lehnten den Antrag im Juli jedoch ab.

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Familie verweist auf hohe Arbeitsbelastung

Der Vorfall ereignete sich in einem Gebäudekomplex in der Millionen-Metropole Shenzhen. (Symbolbild)  © VOISHMEL / AFP

Entscheidend war nach chinesischen Medienberichten, dass Xing zwar eingestempelt hatte, anschließend aber direkt zur Toilette ging. Er habe weder seinen Computer eingeschaltet noch eine konkrete Arbeitsaufgabe aufgenommen.

Die Einstufung ist auch finanziell relevant. Angehörige von Beschäftigten, deren Tod als arbeitsbedingt anerkannt wird, können Anspruch auf staatliche Entschädigungsleistungen haben.

Eine entsprechende Pauschalzahlung könnte sich auf rund 1,1 Millionen Yuan - umgerechnet etwa 142.000 Euro - belaufen. Das Unternehmen entschädigte Xings Familie unabhängig davon, machte zur Höhe der Zahlung jedoch keine Angaben.

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Xings Ehefrau will die Entscheidung nicht akzeptieren und hat nun eine administrative Überprüfung beantragt. Sie argumentiert, dass auch seine Arbeitsbelastung berücksichtigt werden müsse. Ihr Mann habe nicht selten bis zum Umfallen gearbeitet.

Berichten zufolge arbeitete Xing im Monat vor seinem Tod regelmäßig bis etwa 21 Uhr. Im Jahr zuvor soll er an einem Tag sogar erst um 1.44 Uhr das Büro verlassen haben. Seine Ehefrau erklärte zudem, Xing habe vor seinem Tod unter Herzrasen gelitten.

Das Unternehmen wies lediglich darauf hin, dass es seinen Mitarbeitern keine Überstunden vorgeschrieben habe.

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