Eklig oder genial? Dieser Club heizt mit Deinem Schweiß!

Glasgow - Dieser Club bleibt bei der Heizkosten-Abrechnung ganz cool: Das SWG3 im schottischen Glasgow nutzt die Hitze seiner Besucher - und speichert sie in der Erde. Kein billiges Unterfangen.

Feiern für den nachhaltigen Zweck? In Glasgow längst möglich. (Symbolbild)
Feiern für den nachhaltigen Zweck? In Glasgow längst möglich. (Symbolbild)  © picture alliance/dpa | Markus Scholz

"It's gettin' hot in here": Ringsum die Feiertage finden sich viele Möglichkeiten, in Clubs und Bars ausgelassen zu feiern und zu tanzen.

Eine Disko im schottischen Glasgow hat einen Weg gefunden, die dabei entstehende Hitze für sich zu nutzen.

Wie Deutschlandfunk-Nova berichtet, beginnt der erste Schritt bei den altbekannten grauen Kästen an der Decke - der Klimaanlage. Die heiße Disko-Luft erwärmt darin eine Flüssigkeit, die später abgepumpt wird. Der Wärmeträger erhitzt dann ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmitteln.

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Das heiße Allerlei soll daraufhin in mehrere Bohrlöcher im Garten des Clubs gekippt werden, wo es mittels Geothermie - also Energie aus den Tiefen der Erde - ganze 200 Meter tief unter die Oberfläche gepumpt und gespeichert wird.

Die Anlage spricht sich rum

Auch das Berliner SchwuZ denkt bereits laut über die Anschaffung nach. (Symbolbild)
Auch das Berliner SchwuZ denkt bereits laut über die Anschaffung nach. (Symbolbild)  © picture alliance / Guido Woller/SchwuZ/dpa-tmn | Guido Woller

Laut DLF-Nova-Reporter Benedikt Scherm ist die Speicherung mit einer Batterie vergleichbar: Bei jeder Party wird der Tank mit Energie vollgeladen und nur bei Bedarf nach oben gepumpt.

Davon gibt's im SWG3 reichlich: Mit zwei Hallen für jeweils 1000 Besucher, kleineren Bühnen, Bars, Ateliers und Studios ist immer Bewegung in der Bude.

Allein Freitag- und Samstagnacht speichert der Club nach eigenen Angaben mehr Energie, als er in der Woche abfeiern kann. "Bei einem Event mit tausend Menschen speichern wir ungefähr 800 Kilowattstunden an Wärmeenergie. Das ist ungefähr so viel wie 55 Haushalte in der Woche zum Heizen benötigen", sagt David Townsend, der mit seiner Erfindung und seiner Firma rund um das Thema Geothermie berät.

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Das Erfolgskonzept scheint sich bereits rumzusprechen. Laut watson hat auch der Berliner Club SchwuZ Interesse bekundet. Dort gab es sogar demnach sogar schon eine Ortsbegehung.

Nur die Finanzierung ist noch nicht geklärt. Denn auch wenn es die ein oder andere Kulturstätte in diesen Zeiten retten könnte. Die knapp 700.000 Euro Anschaffungskosten muss man sich auch erstmal leisten können.

Titelfoto: picture alliance/dpa | Markus Scholz

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