Erster Fall in Europa: Mann in Frankreich mit Ebola-Virus infiziert
Paris (Frankreich) - Zurzeit überrollt eine Ebola-Welle die Demokratische Republik Kongo. Trotz dessen verkehren weiterhin Flugzeuge zwischen dem zentralafrikanischen Land und Europa. An Bord des Fluges AF736 saß ein Mann, der ebenso wie alle anderen Passagiere in die französische Hauptstadt reisen wollte - ein Ebola-Infizierter.
In einer Pressemitteilung des französischen Gesundheitsministeriums, die der Zeitung "Le Monde" vorliegt, wurde der erste Fall einer Ebola-Virus-Erkrankung auf französischem Festland offiziell bestätigt.
Eine Nichtregierungsorganisation, die sich für den Kampf gegen das Virus in Afrika einsetzt, bestätigte kurz darauf, dass es sich bei dem Infizierten um einen ihrer Ärzte handelt, der in der Demokratischen Republik Kongo gearbeitet hat. Der Mann befinde sich derzeit in einer Spezialklinik und wird dort behandelt. Sein Zustand wird als "stabil" beschrieben.
Der Arzt soll am vergangenen Montag in Kinshasa "nahezu symptomfrei" in die Maschine gestiegen sein. Da sich während des Fluges sein Gesundheitszustand verschlechterte, wurde er kurz nach der Landung in Paris vom medizinischen Personal abgeholt.
Nachdem bekannt wurde, dass sich der Mann mit dem tödlichen Virus infiziert hatte, übermittelte Air France der Gesundheitsbehörde die Passagierliste eben jenes Fluges, in dem der Kranke saß.
Das Ministerium identifizierte fünf Personen, die als potenzielle Kontaktfälle gelten - diese wurden bereits isoliert und müssen unter strenger Überwachung drei Wochen in häusliche Quarantäne.
Ebola-Virus noch keine Gefahr für Menschen in Europa
Bisher gehen Gesundheits-Experten nicht davon aus, dass Menschen in Europa eine Ausbreitung des Virus auf dem Kontinent befürchten müssen. "Ich halte eine Überreaktion weder für gerechtfertigt noch für notwendig. Es besteht kein Grund zur Panik", versichert der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus (61).
Jedoch gilt der Ebola-Ausbruch in der DR Kongo als äußerst besorgniserregend. Das Virus breite sich demnach trotz verstärkter Maßnahmen immer schneller aus, wobei viele Fälle gar nicht bekannt sein sollen.
Bisher gibt es noch keinen Impfstoff, der für die Bekämpfung des Bundibugyo-Stammes des Ebola-Virus genutzt werden kann.
Titelfoto: Fotomontage: picture alliance / dpa,Frederick Murphy/CDC/AP/dpa
