Großdemos in Europa: Zahlreiche Festnahmen und Tränengas-Einsatz

Von Erin Flanagan

Paris/Mailand - Eine Woche nach den gewaltsamen Ausschreitungen haben in Frankreich die ersten neuen Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten begonnen. Die Sicherheitskräfte nahmen bis zum frühen Samstagnachmittag mehr als 130 Menschen vorübergehend fest. Auch in Italien waren Großdemos angekündigt.

Erneut gingen Demonstranten am Samstag in Paris auf Straße.  © Sameer Al-Doumy/AFP

Im südfranzösischen Lyon setzte die Polizei Tränengas ein, um etwa 150 Demonstranten auseinanderzutreiben, die trotz eines Verbots eine Straße blockieren wollten. Landesweit waren rund 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz, um befürchtete neue Gewalttaten und Plünderungen zu verhindern.

Der Großteil der 135 Festnahmen stehe im Zusammenhang mit Kontrollen und der Entdeckung von Gegenständen, die als Waffen eingesetzt werden könnten, sagte Innenminister Laurent Nuñez (62).

Größere Zwischenfälle seien bislang nicht verzeichnet worden. Allerdings seien Waffen beschlagnahmt worden, etwa Metallkugeln, Feuerwerkskörper und Airsoft-Waffen.

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Die meisten der großen Demonstrationszüge waren für den frühen Nachmittag geplant. Im Vorfeld waren strenge Auflagen für die Demonstrationen erlassen worden.

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Mit einem Großaufgebot versuchte die Polizei, neue Krawalle zu verhindern.  © Sameer Al-Doumy/AFP
Vereinzelt kam es zu Ausschreitungen.  © Sameer Al-Doumy/AFP
In Lyon trieb die Polizei aggressive Protestler mithilfe von Tränengas auseinander.  © Olivier Chassignole/AFP

Frankreichs Premierminister warnte vor weiterhin hoher Bedrohungslage

Ladenbesitzer verrammelten ihre Geschäfte mit Holzplatten.  © Olivier Chassignole/AFP

In Paris war die Lage am Mittag nach Angaben der Polizeipräfektur ruhig. Hier wurde nur ein Protestmarsch genehmigt. Bis zuletzt gab es Streit um den Verlauf der Route. Mehrere Museen wie der Louvre und das Musée d'Orsay blieben geschlossen.

In der Hauptstadt wie auch anderswo schützten Ladenbesitzer ihre Schaufenster mit Holzplatten, um Plünderer abzuschrecken. Im südfranzösischen Marseille standen gepanzerte Fahrzeuge und ein Wasserwerfer für einen möglichen Einsatz bereit. Hier durfte nur eine Gewerkschaftskundgebung stattfinden.

Premierminister Sébastien Lecornu (40) hatte am Freitagabend gesagt, dass die Bedrohungslage weiterhin hoch sei. Er verwies dabei auf "Linksextreme" und "Kriminalität".

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Unterdessen wurden am Samstag auch in Italien in mehreren Städten Proteste erwartet, unter anderem in Rom und Mailand. Eine Gruppe, die sich als "Bewegung des 17. Oktober" bezeichnet, rief für den Nachmittag zu Demonstrationen in acht Städten auf.

Die Sicherheitskräfte dürften mit einem massiven Aufgebot im Einsatz sein, nachdem einige Proteste am vergangenen Wochenende in Gewalt ausgeartet waren. Auch in Italien richten sich die Proteste gegen die Lebenshaltungskosten.

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