Fast drei Jahrzehnte nach seinem Aufbruch: Britischer Abenteurer beendet Weltreise-Odyssee
Kingston Upon Hull (England) - Es ist vollbracht – nach 28 Jahren hat es Karl Bushby (57) endlich geschafft. Vor knapp drei Jahrzehnten verließ er blauäugig das Haus seiner Mutter Angela mit dem waghalsigen Ziel, die Welt zu Fuß zu umrunden. Im Laufe der Zeit legte er so Zehntausende Kilometer zurück, bis er schließlich am Montag seine letzten Schritte hin zu dem Ort machte, den er vor all den Jahren verlassen hat.
Die Odyssee des britischen Abenteurers dauerte laut dem Bericht von "CBS News" genau 28 Jahre und einen Tag. Damals verließ er seine Mutter, als 29-jähriger blonder Lockenkopf mit dem wagemutigen Versprechen, in gerade einmal zwölf Jahren wieder in der Heimat zu sein.
Vorher stellte er zudem zwei Regeln für seine Weltreise auf, an denen er bis zuletzt festgehalten hat: Er darf den Weg ausschließlich zu Fuß zurücklegen – sämtliche Transportmittel sind also verboten. Und: Nach Hause darf er erst wieder zurückkehren, wenn er seine Reise abgeschlossen hat.
Doch nicht alles lief auf seiner "Goliath-Expedition" so, wie es sollte. Immer wieder geriet der Brite in brenzlige Situationen, die nicht selten sogar lebensgefährlich waren. Im sogenannten Darién Gap – einem gut 100 Kilometer breiten Regenwaldstreifen zwischen Kolumbien und Panama – stieß er auf bewaffnete Banden. In Panama selbst musste er ins Gefängnis und auch ein Aufeinandertreffen mit einem Eisbären in Sibirien blieb dem 57-Jährigen nicht erspart.
Allerdings gab es neben all diesen Strapazen auch schöne Begegnungen mit Menschen auf der ganzen Welt: "Ich habe das nicht allein geschafft. Es gab ein großes Team, das größte Team überhaupt: die Erde. Das war nötig, um mich zurückzubringen", erzählte Bushby emotional am Montag, umringt von etlichen Kameras.
Karl Bushby stellte auf seiner Reise mehrere Weltrekorde auf
Als erste Person überhaupt überquerte Bushby zu Fuß die Beringstraße zwischen Alaska und Russland. Diese Meerenge ist im Winter teilweise zugefroren, doch der Brite musste einige Passagen durch das eisige Meer schwimmen.
Einen zweiten, wenn auch ungeplanten Weltrekord, stellte der 57-Jährige im Kaspischen Meer auf. Aufgrund des damals ausgebrochenen Krieges zwischen Russland und der Ukraine, war es für ihn unmöglich, seinen Weg über Land fortzusetzen.
Letztlich gab es nur zwei Optionen: entweder in Kasachstan auf das Ende des Krieges warten oder als erster Mensch in der Geschichte mit Schwimmen das Kaspische Meer überqueren. Bushby entschied sich für Letzteres und schwamm die rund 288 Kilometer lange Strecke an gerade einmal 31 Tagen. Lediglich zum Schlafen stieg er aus dem Wasser auf ein Begleitboot, den restlichen Tag verbrachte Bushby im Wasser.
Und auch für seinen Weg von Frankreich nach Großbritannien musste sich der Brite erneut die Füße nass machen. Da ihm das Land die Durchreise durch den Eurotunnel verwehrt hat, sah er sich gezwungen, die Strecke wieder schwimmend zurückzulegen.
Zum Abschluss der vielen Interviews erklärte der Weltenbummler: "Die Menschen unterschätzen sich ständig selbst. Meiner Meinung nach ist also der erste Schritt: Träumt groß! Macht euch klar, dass ihr wahrscheinlich zu mehr fähig seid, als ihr denkt. Wenn ihr sonst nichts aus dieser Reise mitnehmt … dann wenigstens das!"
Titelfoto: PAUL ELLIS / AFP

